Menomena - Mines
Gut drei Jahre sind vergangen seit dem letzten Menomena-Album Friend and Foe, dem ich damals zugegebenermaßen zunächst skeptisch gegenüberstand.
Nach einer gewissen Einhörphase wurde das Album allerdings zu einem meiner All-Time-Favourites, ich höre es immer noch regelmäßig an. Eines meiner absoluten Lieblingslieder vom letzten Album, Wet And Rusting kann man via Barsuk Records downloaden.
Drei Jahre sind ja schon eher eine lange Zeit heutzutage... Wer aber weiß, wie die Band arbeitet, dem kommen drei Jahre gar nicht mehr so lang vor: Die drei Mitglieder spielen unabhängig voneinander am PC immer wieder neue Tonspuren ein, mischen sie mit einem selbst entwickelten Programm ab, verwerfen sie wieder, verändern sie, zerpflücken die Spuren der Anderen, bis ein Track entsteht, der allen taugt.
Erst dann fängt die erste gemeinsame Probe zu diesem Track an - in deren Verlauf wird das Lied ein weiteres Mal komplett gehäutet, entkernt, zerstückelt und anders wieder zusammen gesetzt. In bis zu 20 dieser "Jam-Sessions", wie die Jungs das nennen, entsteht dann ein Song. Puh. (Das tolle daran ist, dass auf dem Weg jede Menge halbfertiger "Abfall" zurückbleibt, zum Beispiel bei Queen Black Acid über das ich mal berichtet habe. Der Song hört sich auf dem Album deutlich anders an als in der verlinkten Aufnahme.)
Zu erwähnen wäre vielleich noch, dass es diverse Soloprojekte der Bandmitglieder gibt, darunter die Ein-Mann-Band Lackthereøf alias Drummer Danny Seim, die bereits neun Studioalben herausgebracht hat und Ramona Falls, das hübsche Projekt von Sänger Brent Knopf.
Jetzt ist also das neue Album Mines endlich da - ich will gar nicht allzu viel dazu sagen - es beweist einfach mal wieder wie sexy Komplexität sein kann. Nichts gegen simpler gestrickte Musik, die macht auch jede Menge Spaß! Aber bis man sich durch alle Schichten eines Menomena-Albums durchgehört hat, sind CDs vieler anderer Bands schon längst vergessen.
Ach ja und wer enttäuscht war wegen des Covers: Ich weiß, das letzte, von Comiczeichner Craig Thompson gestaltete Cover war spektakulärer. Aber das neue kann auch was, was nicht so leicht auffällt: Es ist ein Stereogramm: Die Statue ist auf der Vorder- und Rückseite des Booklets aus leicht unterschiedlichen Winkeln aufgenommen sieht man beide "stereoskopischen Halbbilder" gleichzeitig an, eines mit jedem Auge, erscheint die Statue in 3D. Menomena sind halt einfach Perfektionisten.
Ich kanns euch nur noch einmal empfehlen: Mines gleich bestellen!
Wer noch nicht überzeugt ist darf sich via Stereogum noch zwei Kostproben downloaden (TAOS und Five Little Rooms vom neuen Album) oder das ganze Album als Stream auf NPR probehören.
| Kategorie: Kritiken | Von Mazzekazze, 23.07.2010 15:25 | Kommentare (0) |
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Kommentare
Im Übrigen ist auch der Newsletter von Menomena sehr lohnend: Da kommen etwa zweimal im Jahr ganz erhellende Mails von erlesenem Humor - ausprobieren ;)
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