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  1. Tim Buckley - Driftin'Tim Buckley  - Driftin'

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  1. Michael Hurley - Animal Song (If I Could Ramble Like A Hound)Michael Hurley - Animal Song (If I Could Ramble Like A Hound)

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Drei Alben des Juni 2011

Chilly Gonzales - The Unspeakable Chilly Gonzales

Chilly Gonzales The Unspeakable Chilly Gonzales Album CoverDas neue Album des kanadischen Künstlers erschien am 7. Juni und wartete mit dem interessanten Ansatz auf, ein Orchester mit Rap zu kombinieren. Chilly Gonzales (was mittlerweile sein richtiger Name ist) mietete also ein Orchester, komponierte mächtige Beats, die keinesfalls permanent orchestriert sind, sondern auch elektronische, synthetische Sounds verwenden und rappte los. Ich gebe hier natürlich wie immer in erster Linie meine subjektive Meinung wieder, die massgeblich durch meinen Musikgeschmack definiert ist.
Dennoch, ohne um den heissen Brei herumzureden: Die Raps gehen mir sowas von dermassen auf den Sack, dass ich dieses Album keinem Menschen empfehlen kann. Es ist natürlich lobenswert neue Wege zu gehen und innovative Formen der Musik und synergetische Effekte zwischen Genres oder Musikzweigen zu suchen; aber dennoch wirken die Lyrics zum Teil dermassen hochgestochen und pseudointellektuell, dass der Eindruck entsteht, dass Mr. Gonzales hauptsächlich darauf auf war, sich mit dieser Grenzüberschreitung zu profilieren und gleichzeitig allen einbläuen wollte, dass er dennoch in einer anderen intellektuellen Liga spielt.

Das resultiert einzig in einer furchtbar arroganten Attitüde, die durchweg hörbar ist. So sucht er in Rap Race nach einer Definition des Raps und stellt gleich klar, dass jedermann der dieses Stück Musik nicht mag, wahrscheinlich rassistisch ist. Auch ansonsten wirkt die für Authenzität wichtige Selbstkritik immer eher als ein Hervorheben des Andersseins von Chilly, was in dieser Hipsterlogik natürlich positiv ist siehe Self Portrait). Bevor ich jetzt aber in einen absolut irrationalen Ausbruch hineingerate: Sehr schöne Beats, beeindruckende Variation an Instrumenten, mieseste Phony-Lyrics seit langem. Gut ist, dass er ja ach so aktuell rappt, dass dieses Album in spätestens drei Jahren schon wieder so altbacken ist, dass es eh keinen mehr interessiert.

Ricardo Villalobos & Max Loderbauer - Re: ECM

Ricardo Villalobos Der berliner DJ Ricardo Villalobos(der eigentlich chilenischen Ursprungs ist, was jedoch im Grunde völlig bums ist) und ein Mitglied des Moritz von Oswald Trios, Max Loderbauer, Pionieren des deutschen elektronischen Sounds durften Stücke des sehr renommierten Münchner Jazz-labels ECM (Edition Of Contemporary Music) samplen und arrangieren.
Ich bin darauf aufmerksam geworden, da ich nach etwas vergleichbaren wie der Recomposed Serie der Deutschen Grammophon suchte. Hier war Carl Craig mit von der Partie und liess z.B. zusammen mit Moritz von Oswald Ravels Bolero neuentstehen. Bis heute mag ich diese Platte sehr gerne und lege sie all denen ans Herz, die an interessanten musikalischen Hybriden interessiert sind.

Zurück aber zu Re: ECM. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich wenig über diese CD sagen kann. Alles in allem klingen die über zwei Stunden Musik sehr organisch, aber keinesfalls zufällig arrangiert. Dennoch ist es für mich, der sich kaum mit Jazz auskennt, besonders nicht mit den abstrakteren Formen teilweise anstrengend sich auf die Anreihung von Samples, lose zusammengehalten durch zerstückelte Beats und lang andauerende, sehr zurückhaltende Streicher- oder Bläserkänge, einzulassen. Nachdem ich mir dieses Album jedoch einige Male anhörte, muss ich sagen, dass es sehr angenehm sein kann, kontemplativ irgendetwas zu tun und letzlich anregende und enigmatische Stücke zu hören. Wer also noch nach etwas "chilliges" sucht, das auch ein wenig Offenheit fordert, oder grundsätzlich auf mysteriöses oder schlichtweg anderes steht, sollte mal reinhören. Über die Ideen hinter diesem Album gibt es hier hier ein interessantes Interview.

Gregor Tresher - Lights From The Inside

Gregor Tresher Lights From The Inside Album CoverDas letzte der drei Alben, die heute ihr Fett weg bekommen, ist Gregor Treshers Lights From The Inside. Zuallererst: Ich glaube dieser Mann ist der einzige Dj, den ich bis jetzt über fünf mal geniessen durfte. Danke, Rote Sonne! Das neue Album erfüllt alle Erwartungen, die man an Tresher hat, allerdings auch kaum mehr. Es herrscht immer noch eine angenehme Monotonie und immer eine riesige Steigerung in den Songs selber, es gibt immer noch ein paar härtere Tracks mit sehr archaischen Beats und verträumte Stücke mit wunderschönen Flächen und Tonleitern.

Mir persönlich gefällt immer noch das erste Album am besten, A Thousand Nights, und dieses dritte Werk ist meiner Meinung nach besser als das zweite, The Life Wire. Für alle Fans von Gregor Tresher ist dieses Album ein Muss und für diejenigen, die einen hauptsächlich weichen Techno, der einen in eine wohligen Trancezustand versetzt, lieb haben, mehr als eine Überlegung wert. Für alle, die etwas sehr innovatives wollen, ist dies vielleicht nicht das Album der Wahl. Mein Favorit ist Kingdom Of Light, welches mich sehr an Full Range Madness vom ersten Album erinnert.

In diesem Sinne, Ich wünsche euch allein einen schönen Juli!

Robindro von Gierke

Autor: Robindro von Gierke

sunson@tapefruit.com
Außenstelle Wien

Schon mal von der Von-Gierke-Krankheit gehört?



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