🔍

Vorschläge für nächste Woche

Jede Woche kannst Du einen Song deiner Wahl für die endlose Tapefruit Playlist vorschlagen.

Zwischenstand dieser Woche

Jeden Tag kannst Du für Deinen Lieblings­song stimmen, indem du auf das jeweilige Herz klickst.

  1. Pfarmers - Our PuramPfarmers - Our Puram
  2. Munch Munch - Wolfman's WifeMunch Munch - Wolfman's Wife
  3. Onna - Enfolding Your Breasts... Onna - Enfolding Your Breasts...

Die Liste der Gewinner

Jeden Sonntag ermitteln wir das Ergebnis und der Gewinner wird zur endlosen Playlist hinzugefügt.
Auch du kannst dabei mitmachen: Einfach hier registrieren.

  1. Craft Spells - NauseaCraft Spells - Nausea
  2. Whispering Sons - WallWhispering Sons - Wall
  3. Mùm - Slow DownMùm - Slow Down

Playlist blättern

Mach mit bei Tapefruit.com

Tapefruit ist ein münchner Online- und Print-Magazin und Konzertveranstalter.
Unser Herzstück ist die unendliche Playlist, die alle Tapefruit-Nutzer gemeinsam erstellen.

Auch du kannst dabei mitmachen: Einfach hier registrieren.Diese Info ausblenden

Da war doch was

Alt+Giesinger++davor

"Das Temporäre Archiv der Gegenwart ist eine zeitlich beschränkte, unkommerzielle, altruistische Kunstaktion, die von einem Künstlerkollektiv aus dem Umfeld der AdBK und LMU München initiiert wurde. Während das Kollektiv die Infrastruktur bereitstellt, wird der ehemalige Gastraum von Künstlern, Musikern, Literaten, Schauspielern und Besuchern genutzt und erfährt dadurch eine graduelle Transformation vom Gastraum hin zum Kunstraum. Ebenso vielfältig wie die genreübergreifenden, kostenfreien und fast täglich statt­findenden Einzelprojekte sind es die Besucher, die den Charakter dieses Ortes von einer ehemaligen gemeinen Kneipe, oder Boaz'n zu einer Sozialen Plastik werden lassen.

Im Gegensatz zu einem rein formal ästhetischen Kunstbegriff umfasst die Soziale Plastik jegliche kreative menschliche Tätigkeit, wie z.B. das entwickeln von sozialen gesell­schaftlichen Strukturen. Nach Joseph Beuys ist dies ein kontinuierlicher kreativer Prozess, der es jedem einzelnen erlaubt gesellschaftsverändernd aktiv zu sein. Kunst ist seitdem nicht mehr nur auf materielle Artefakte beschränkt, die in einem Museum oder einer Galerie ausgestellt werden, sondern auf die gesamte Gesellschaft ausgeweitet, in welcher die Kunst ihren Platz einnehmen muss, um den Menschen diese kreativen Prozesse bewusst zu machen.

Wir und auch unsere Besucher/Mitwirkenden begreifen diesen transformierten Ort der ehemaligen Gaststätte Alt Giesing deshalb weder als Kneipe/Boaz'n, oder auch Event-/Vergnügungs­stätte, sondern vielmehr als ein Ort, an dem sich verschiedenste Subkulturen und Gesellschafts­schichten der Stadt begegnen und austauschen können. Ein Ort, an dem sich selbstbestimmt gesellschaftliche Strukturen entwickeln, sich Netzwerke neu knüpfen und auf diese Weise erweitern, sich gegenseitig inspirieren.

Ziel des Temporären Archiv der Gegenwart ist es diese Prozesse in Bild, Ton und Text festzuhalten, um sie anschließend im Rahmen des VistVunk Verlags - ein von der Stadt München geförderter non-Profit Künstlerbuchverlag - zu publizieren."

Temporäres Archiv der Gegenwart

So lautet der einführende und damit erste Text auf der Homepage des Temporären Archivs der Gegenwart. Aber was war da eigentlich los in Giesing im Jahre 2015?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, habe ich mich im Dezember letzten Jahres mit Ray, Melissa und Chris (drei der Mitwirkenden und Mitbegründer des T. A. G.) in einer haidhauser Wohnung getroffen und mit ihnen über das, was in drei Monaten in den Gefilden der Alt Giesinger Kneipe passiert ist, gesprochen. Das ganze fand in angenehm ungezwungener Atmosphäre statt.

Da war doch was

Auszug aus dem Interview:

TF: Also, ihr habt da die Räumlichkeiten dieser ehemaligen Kneipe (Alt Giesinger) mit Interieur zur Verfügung gestellt bekommen für einen gewissen Zeitraum, wie lang war das?
Ray: Genau, drei Monate insgesamt. Erst sollte es eigentlich nur ein Monat sein, aber nachdem wir gemerkt hatten, dass es uns tatsächlich Spaß macht und den Leuten um uns herum auch, haben wir dann drei Monate daraus gemacht. Mit einer kleinen Unterbrechung von 10 Tagen.

TF: In welchen Monaten fand das statt?
Ray: Der Anfang ist ein bisschen verschwommen, das Ende war am 30. September 2015. Juli, August, September.

Kurzzeitige Verwirrung macht sich breit, verliert sich aber in der Einigkeit bezüglich des Anfangsmonats.

Ray: Für uns hat's ja schon früher angefangen, weil wir uns bereits davor getroffen und uns besprochen haben. Ob so etwas überhaupt funktioniert, notwendig ist und angenommen wird.

TF: Ihr hattet eigentlich für nichts eine Konzession, oder?
Ray: Nö, weil wir auch keine Kneipe geführt haben. Es ging nicht um Profitgewinn, es ging nicht darum, damit Geld zu machen und davon zu leben. War aber nicht minder anstrengend, deswegen war diese große Gruppe auch nötig. Wir waren ca. zehn, elf Personen, das hat variiert. Eine Kneipe ist ein Vollzeitgeschäft.

TF: Aber wir wissen ja jetzt, dass ihr gar keine Kneipe geführt habt. Ihr habt letztlich eine Bühne eingebaut und diese zur Verfügung gestellt.
Ray: Eigentlich war es eine Art performative Plastik.

Eine soziale Plastik

Eine soziale Plastik

TF: Was hattet ihr für Publikum dort?
Ray: Am Anfang war es viel Laufpublikum, Leute die durch's offene Fenster geschaut haben. Es waren die heißesten Monate des Jahres und wir konnten Fenster und Türen aufmachen.

TF: Waren das Menschen, die dort leben und das "Alt Giesinger" bereits kannten?
Ray: Ja, da gab es einige von.

TF: Wie hat sich euer Programm zusammen gestellt?
Ray: Einer von uns aus der Gruppe, der selbst Punk Musik macht, hat uns die Szene bisschen näher gebracht. Ansonsten gab es einen Kalender, in den konnte man sich eintragen. Es war sehr bunt gemischt, von Lese- bis zu Videoabenden, der Arbeiter Kino Klub war z.B. bei uns. Wir hatten [fast; Anm. d. Red.] alle Musikrichtungen dort, haben zu keinem "Nein" gesagt. Ausser zu den Rechten.

TF: Wie war es so mit Lautstärke, wie sehr wart ihr betroffen davon dass ihr zu laut wart?
Ray: Das hast du nett gesagt, betroffen. Ja, manche Abende waren laut. Der Eröffnungsabend ging lang, bis ungefähr drei Uhr nachts gab es laute, harte Musik.

TF: War nicht auch die Polizei sowie das Baureferat involviert?
Chris: Die Drohung stand im Raum, dass das Baureferat eingeschaltet wird.

TF: Dass die kommen und was tun?
Ray: Den Laden dicht machen.
Chris: Es gab explizit die Ansage in einem Telefonat oder Brief, weiss ich nicht mehr genau... Da hieß es "wenn noch eine Ruhestörung kommt, dann schicken wir das Baureferat."
Melissa: Das war der Moment, wo wir dann erst mal zugemacht haben, um auszuloten wie wir das weiter machen können, mit den ganzen Einschränkungen. Das gab große Diskussionen in der Gruppe, ob wir das Projekt weiter führen.

T.K.Y @ T.A.G

The Kotelett Yard @ T.A.G.

TF: Welche Bands sind bei euch aufgetreten?
Ray: Dafür muss ich mal die Kiste holen

Es wird eine Plastikkiste mit Tonträgern geholt.

TF: Du hast hier Platten, CDs, Kassetten von Bands, die bei euch aufgetreten sind.
Ray: Zum Beispiel eine VistVunk Records CD, die auch in der Milla gespielt haben. Schöner kleiner Verlag, der eine künstlerische Buchreihe und Experimentelle Musik raus bringt. Das hier finde ich übrigens sehr schön, Kläranlage...

TF: Das ist eine Kassette mit dem Sticker drauf "parental advisory - explicit content". Klingt für mich nach Punk.
Ray: Ist es auch, eine junger Münchner Punkband.

TF: Die Titel der Lieder sind dann z. B. "Scheisse", "Pisse", "Kotze" und "Scheiss Hippies".


TF: Ihr hatte viel Punk da?
Ray: Ja, hatten wir. Wer mir persönlich gut gefallen hat, war Start A Riot. Wahnsinnig gute Energie als Liveband. Die sind mir sehr gut in Erinnerung geblieben.

TF: Kamen alle Bands aus München?
Ray: Nein, wir hatten auch eine israelische Punkband da, die auf Europatour war und dann noch sehr lecker in unserer Küche gekocht hat. Die Bands haben bei uns Verpflegung bekommen, zum saufen und konnten spielen - wir hatten die Freude dass sie bei uns waren.

TF: Katie Smokers Wedding Party.
Ray: Genau, eine eher bekannte Münchner Band, die keinen Punk macht.

TF: "Kollateralschaden", klingt auch nach Punk, nein?
Ray: Doch, doch.

TF: "Das Weisse Pferd" waren auch bei euch.
Ray: Die haben um sieben in der Früh gespielt.

Melissa: An diesem besagten Samstag, der gefährliche Samstag...

TF: Auf der kleinen Bühne?
Ray: Nee, eigentlich nicht, die waren tatsächlich im gesamten Lokal verteilt. Im gesamten Projektraum, Entschuldigung. Die Idee war, der Ruhestörung zu entkommen und um sieben Uhr in der Früh darf man laute Bandmusik spielen.

TF: War Hans Platzgummer auch da?
Ray: Das ist eine gute Frage.

TF: Warst du da?
Ray: Ich war da. Das war ganz nett, ich habe noch 20 Brezn gekauft und verteilt. Die haben ein gutes Konzert gegeben, es war grossartig. Es kamen auch Leute, wir dachten die meisten wären zu faul, aber so irrt man sich. Der Musikliebhaber kommt auch morgens um sieben.

Dizzy Errol @ Temporäres Archiv der Gegenwart

Dizzy Errol @ T.A.G.

TF: Kamen die Leute aus dem Club oder aus dem Bett?
Ray: Manche kamen auch zufällig vorbei. Das morgens war schon sehr schön. Alle ein bisschen genervt, weil's ja in der Früh ist und man so früh aus dem Bett muss. Oder noch nicht im Bett war. Es gab auch Streit mit einem Nachbarn, war klar, wenn um sieben Uhr morgens nebenan eine Band röhrt. Da würde ich mich auch drüber aufregen. Aber der Gesetzgeber sagt, man darf das.

TF: Habt ihr Werbung gemacht?
Ray: Eigentlich nicht.

TF: Es gab aber dennoch eine gewisse Aufmerksamkeit, auch einen Artikel in der SZ.
Ray: Ja, das hatte sich alles so entwickelt. Scheinbar braucht unsere Zeit so etwas wieder, die Leute freuen sich darüber.

TF: Über den Punk, den ihr veranstaltet habt, hattet ihr auch Berührung mit der Polizei.
Ray: Ja und wir wurden zeitweise sogar der Rechten Szene zugeordnet. Gefilmt hat man uns auch.

TF: Leute wurden kontrolliert.
Ray: Es gab eine Wohnungsdurchsuchung und die Durchsuchung des Projektraums/"Alt Giesinger". Aber das Verfahren wurde eingestellt. Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, scheint auch Schikane dabei gewesen zu sein.

TF: Wie kam die Polizei zu der Annahme dass ihr zum Rechten Spektrum dazu gehört, meines Erachtens ging es um ein Plakat?
Ray: Ja, um ein Plakat: "Punx Party - 1,50 alles - Alt Giesinger". Die "s" waren etwas zackig geschrieben und das wurde uns als Siegrune ausgelegt. Nazisymbolik.

TF: Ich verstehe.

Wir lachen.

Melissa: Das Giesinger war ein kommunikativer Raum, wo Menschen sich begegnet sind. Ich glaube wirklich, dass das einer der Punkte war, den die Leute am T. A. G. (Temporäres Archiv der Gegenwart; Anm. d. Red.) geschätzt haben. Was ich in München sehr schade finde, ist dass man meist in seiner Gruppe bleibt.

Ray: Das war ein Projekt um rauszufinden, was notwendig ist und was nicht. Der Laden war ja nicht nur zugeschmiert, es standen auch Objekte und Skulpturen darin.

Da war doch was

TF: Stimmt, ihr hattet auch Ausstellungen.
Ray: Ja, verschiedene, an denen viele Künstler teil genommen haben.
Chris: Der ganze Laden war eine Ausstellung. Die Tische wurden zu Kunstwerken, alles Holz war bearbeitet, alles war bemalt und beschmiert.
Ray: Aus der Theke ist ein grosser Holzschnitt entstanden und aus den alten Biertanks der Kneipe auch ein Objekt.
Chris: Auch interessant ist, dass alle Altersklassen vorhanden waren.
Ray: Im Nachhinein war es sehr schön und anstrengend, wie viele Dinge sind.


altgiesinger.de


Bogie, n z Kommentieren d

Chinesischer Independent Rock nach Xiao Xiao/Mentha Project

Vor dem Konzert der hervorragenden Gruppe Carsick Cars im Juni in der Südstadt, hat uns Veranstalter Adam Langer mit Xiao Xiao von Mentha Project bekannt gemacht. Mentha Project ist eine Platform die sich selbst als "collaborative project bringing Chinese new culture to you and helping with intercultural exchanges" beschreibt. Alright. Hübscher Auftritt.

Chinesischer Independent Rock nach Xiao Xiao/Mentha Project

Kanäle zu Ohren graben; das gefällt Tapefruit naturgemäß. Mentha will als Ventilator für die Vielfalt und Underground Musik eines Landes/ einer Nation auftreten – spült das Stereotype weg? Überschreibt sie die alten mit neuen? Muss die Kategorie Land besonders angesichts des Internets eigentlich früher oder später aufgegeben werden? Oder kommt man von (Erd-)Region/Referenz-Gesellschaft nie los? Will man? Generell: Ist es übergriffig Musikern Soziologiebabble anhängen zu wollen? Ist es ausweichend das nicht zu tun? Riddle me this.

Xiao ist der Bitte nach einigen Auskünften für Tapefruit jedenfalls freudig nachgekommen. Ein kurzer Ausschnitt seiner Antwort ist bereits im Tapefruit Print #1 zu sehen. Bevor Sie seine ungekürzte Nachricht bezüglich chinesischer Independent Rock Musik lesen, noch eine Ankündigung:

Langer hat wieder organisiert, wieder in der Südstadt, wieder ein Gastspiel aus Beijing; die Gruppe Da Bang aus Beijing kommt am 27. September 2015. Hier die Facebook-Veranstaltung.

------

Und nun Xiao Xiao:

"When we talk about China, we talk about politics, cheap goods, history, Chinese, chinese tour group and so on. And it is funny that when it comes to indie music, people will naturally and automatically connect it to politics. Almost every Chinese band who has ever been interviewed by a foreign (non Chinese) media has the experience of being frequently asked about something like “are you banned by the government?“, “would your music be a problem for the Party?”. There is a famous article about Cambodia rock music in china underground music society, I irresponsibly make an analogy that I imagine I was a European people who never been to China and never really interested in getting to know this country cuz I might have enough shit to deal with for myself, then how could I not be surprised and connect their music to the typical ‘China’ that I learnt from local media when I casually hear some amazing Chinese indie music?

From my experience, most of the Chinese indie musicians purely enjoy the delight of creation when they make music. And I do think their works are outstanding enough to earn the aesthetically and artistically attentions. Some of them live a balanced life with normal jobs and family, and some of them really have some profound ideas about music creation. It would be simply unfair to concentrate on the politics part instead of their artists part. Even though, I still find it tough to separate the politics from music. Modern culture is everything on the mass’ minds and the politics definitely leads to a certain culture of a certain society, thus you could never peel it out from music.  Wu Wei (vocal of SMZB, who is also in the recommendation list) said that he never intend to be political, while the reason why he though about politics is that rock music is self-relective, which makes people thinking about things happening around.

Back to the inconsistency of typical China image and indie music scenes. When I promoted the Berlin show for Wang Wen last month, I posted the event onto a Sinology Group of FU Berlin. And these conversation happened because I carelessly missed a “chinesische” after the description of “beste” in the first place. which is really funny for me that even the student who studies China is still unaware of such an important culture portion. The thing here is, nobody likes cliche and boring uninvestegated questions. But I would blame it to the government, who doesn’t do a good job on culture promotion and who might not even realise that the diversity of its own culture nowadays. This is the main reason why we founded Mentha Project, we would like to play a role on promoting Chinese diverse modern youth culture to the whole world and to break the banal image of China.""

Auf unsere übliche Frage nach Musik-Empfehlungen antwortet Xiao:

"Wang Wen, the most celebrated Chinese post-rock band finally lands in Berlin! In Chinese, Wang Wen can be interpreted as turning a deaf ear to the undefined or unexpected. Wang Wen’s music as a mixture of bittersweet melodies, heavy bass guitar and sophisticated composition of traditional Chinese scales, when combined with the emotional depth and wild imaginings of the inspiration behind the music, creates stories that cannot be told elsewhere. Wang wen is recognised as a central act in Chinese post-rock music and has shared stage with Pg. lost, Mogwai, MONO, EF, Immaul EL

Omnipotent Youth Society is without any doubt the most influential indie band in contemporary China. Not only do they incorporate the common band instruments, but also violins, harmonicas and especially trumpets as irreplaceable channels of emotions. Influenced by The Blind Melon, The Velvet Underground, Omnipotent Youth Society appears a strong mix of alternative rock, psychedelic blues and Chinese folk. They are from Shijiazhuang, the capital of Hebei province, an industrial district and a real grey city. Most of their songs are melancholic and evocative, as they represent the Chinese post-80s generation. Powerlessness and despair consists of their songs. It is not just an extended adolescence for this generation, but due to a sound social pressure like housing, employment, wealth gap. During the time of late 1990s, after China's policy of reformation and opening, the massive closure of state-owned enterprises and the following unemployment once affected the whole atmosphere of the northern China. The song, Kill The One from Shijiazhuang, tells three stories with the mark of that times. From literature aspect, their poetic lyrics are just amazing. Ji Geng, the bass, who is an English Professor, wrote all their lyrics. He used surrealistic but evocative symbolic imageries like lonely sea monster, still sea waves, collapsed mansion. Their lyrics would be a great modern poetry book for Chinese learners. 

SMZB. Formed in 1996, Wuhan's SMZB (abbreviation of "Bread of Life" in Chinese) is said to be China's first punk band as well as a legend. The band is a typical punk band however with bagpipes and tin whistle addition to punk three pieces, which makes SMZB the only Celtic-folk punk band in China. In 2007 they was invented to some major punk festivals in Europe. Since the lyrics of the band are filled with oppugn toward the society and animadversion on the politics, their early albums have failed to be released in China. Nevertheless, the lyrics of the band as well as its behavior manner have far-reaching influence on Chinese punk bands appearing afterwards. Though most of time, the punk slogans in the lyrics are rebel, but as Wu Wei, vocal and songwriter of the SMZB, said that punk music is all about expressing, and being a real person, you could always feel that the pessimism of Wu Wei, of SMZB, is all rooted in the deep love for their city and nation.  Wu Wei’s interview

Re-TROS the sueddeutschzeitung interview: The sueddeutschzeitung interview [and] our interview for them in Paris, where they talked about themselves, their Euro tour as well as their music:

Dou wei is the hidden God of Chinese serious music. Early work: Recent work: one of his four season Rhapsody - 箫乐冬炉 (bamboo flute and winter stove) His father plays the bamboo flute in this album:

Best regards, Xiao" -----

Überhaupt empfiehlt er das hier.

5000, n z Kommentieren d

Das Weiße Pferd antwortet.

Guten Abend! Übermorgen erscheint das Album "Münchner Freiheit" von Das Weiße Pferd – deshalb und überhaupt gibt es jetzt ein TF Interview. Lesen Sie: Zwei ordentliche Antworten auf zwei ordentliche Fragen, fünf Reaktionen auf Schlagworte, und drei Musikempfehlungen gegeben von Pico Be, Sänger der Gruppe.

Das Weiße Pferd antwortet.

TF: Stadt, Amerikas

Be: In Philadelphia kauften wir uns Kaugummi, in Chicago spuckten wir ihn aus. In Austin, Texas, waren wir so stoned, jedes Wort wog wie ein Felsblock, in Kansas City dachten wir, wir seien John Lennon, der singt er sei in Kansas City, dabei wars Paul McCartney, und in Iowa wusste keiner wer er war. Die amerikanischen Städte sind öde, das weiss jeder. Deshalb erfand man Hollywood. Um die Illusion einer amerikanischen Stadt zu kreieren, und auf der ganzen Welt in Bildergeschichten neue amerikanische Städte entstehen zu lassen, in denen die Menschen den amerikanischen Traum lebten. In Paris war Amerika ganz anders, eher klein und klobig, und in München dachte man: Der wilde Westen geht vor bis zur Ampel, hier ist jeder nur ein kleiner Großstadthampel. Da war dann die amerikanische Stadt wieder ganz groß im Kopf. Den alten Großstädten am Mittelmeer versuchte Hollywood viele Jahre lang Konkurrenz zu machen. Auf der arabischen Halbinsel wiederum wähnten wir uns in Los Angeles: In amerikanischen Autos hockend in der prallen Sonne fahren und auf einstöckige Bungalows kucken, in Erwartung, dass irgendwo hinter den Vorgartenmauern was los war. Aber nichts war los.

TF: Pferd

Be: Wir saßen in Casablanca im Teehaus, im TV lief ein Beitrag über Vierzig-Jahre-Easy-Rider, und in der Zeitung lief ein Pferd der Pariser Garde die Champs-Élysées entlang, es war ausgebüchst und galoppierte kilometerlang, ohne Halt bis zur Bastille, wo es schließlich zum Stehen kam. Eine schöne Lektüre. An jenem Nachmittag liessen wir dort, am Strand der afrikanischen Westküste, auch die Pferde galoppieren, und abends sahen wir einen Film von der amerikanischen Westcoast – 'They Shoot Horses, Don't They? – aus dem Jahr 1969, während der Muezzinruf dort, in der Stadt, die 'Weißes Haus' heisst, den Raum durchdrang und so blechern klang wie die Megaphonstimmen von der Galopprennbahn München, Riem. Im Pensionszimmer entstanden dann die ersten Songs zu dem Album 'San Fernando'. So ging es los mit Das Weiße Pferd.

TF: Schusswaffe

Be: Schusswaffen sind – ebenso wie Autos – für Kinder und für Rentner sehr attraktiv. Man muss sich nicht groß bewegen und glaubt schnell und stark zu sein. Wir gehen lieber zu Fuß. Und tragen keine Knarre. Wir nehmen die Gitarre.

TF: Romantik

Be: Ein Modebegriff wie Punk – beide Begriffe sind im Lauf der Zeit gänzlich von ihrer ursprünglichen Anwendung entkoppelt worden und stehen heute auf der Seite derer, die für das Gegenteil von dem stehen, wofür die Begriffe zum Zeitpunkt ihrer Prägung standen. Im Speisewagen der Deutschen Bahn kann man erfahren, dass der 'Koch-Punk Marquard' einem ein besonders exquisites Süppchen präsentieren wolle, während uns eine völlig biedere Filmproduktion über die irren Wirrungen eines Brautpaares am letzten Abend vor der Hochzeit als 'Romantic Comedy' etikettiert vorgesetzt wird. Der Begriff 'Romantik' ist so spannend wie ein Hausschuh.

TF: Song

Be: Ein guter Song ist wie eine Zauberformel, die für die Dauer des Songs unser Dasein bestimmt. Eine Diktatur der Gefühle und des Denkens. Die einzige Diktatur, der wir uns gerne unterwerfen, eine drei-Minuten-Diktatur. Jede gute Band hat im Grunde genommen nur einen Song, den sie variiert. Ein guter Song braucht einen prägnanten Text und einen eigenen Beat. Die Melodie ergibt sich aus diesen beiden Komponenten. Ein guter Song braucht seine eigene Zeit.

TF: Wie hat Das Weiße Pferd „Münchner Freiheit“ aufgenommen?

Be: Im Frühjahr 2014 waren wir zwei Wochen in Alberts Studio auf Teneriffa. Das liegt in einem verlassenen, fast unbewohnten Bergdorf. Dort nahmen wir Demo Takes von allen Songs auf. Arbeitstitel war "El Fantasma de la Libertad / Das Gespenst der Freiheit". In München gingen wir dann ins Studio und produzierten das Album in wenigen Wochen. Gemessen an der Dauer, die wir für "Inland Empire" und "San Fernando" im Studio zubrachten, ging es ziemlich schnell, aber wir sind acht Leute, das dauert. Albert war Aufnahmeleiter und Tonmischer in einer Person, ich war sein Beifahrer.

TF: Was macht Anna McCarthy?

Be: Anna ist fast ein Bandmitglied. Sie gestaltete schon unsere letzten beiden LP Cover, diesmal ist sogar ihre Stimme auf der Platte zu hören – bei 'Teutsche Machos', zu deren Text sie mich auch inspirierte. Sie erzählte mir von einem Abendessen mit einem sehr bekannten Filmproduzenten, während dem dieser seine Frau mit zotigen Wörtern öffentlich gedemütigt habe. Auch darüber, dass Künstlerinnen in Deutschland ein noch schlechteres Standing hätten als in den meisten anderen europäischen Ländern, klärte sie mich auf. Das Cover, das Anna diesmal anfertigte, geht wiederum auf meine Idee zurück, diesmal nur mit reinen Schriftbildern zu arbeiten, aber ihre Umsetzung, mit jedem einzelnen Song davon im Booklet, ist der totale Hammer. Ohne Anna McCarthy wäre München ein schrecklicher Ort.

TF: Bitte drei Musikempfehlungen!

Be: Das Hobos"This Is The Place" die atmosphärisch dichte Landscape Musik von „This Is The Place“ liegt mit ihrer Tiefenunschärfe und der Field Recording Ästhetik ziemlich nah bei „San Fernando“. Ein eigenes Raum–Zeit-Kontinuum mit dem Mythos der Wanderarbeiter im Background haben die Augsburg Münchner hier geschaffen. Entschleunigung pur. Mit dieser total geil entspannten Version von Grand Master Flash's 'White Lines'.

Embryo"Rocksession" anders als der Titel vermuten lässt, ein Psychedelic Jazz Album aus der Anfangszeit der Münchner Krautrock–Pioniere. Damals, 1973, war Mal Waldron an den Tasten dabei. Kein Song–Album, aber eine ganz schöne Zeitreise.

Der Nino aus Wien"Träume / Bäume" Mit dem Nino aus Wien sind wir schon ziemlich lange befreundet. Sein erstes München Konzert fand vor nicht ganz einem Dutzend Zuhörern statt, und ich gab als Support solo mit akustischer Gitarre den Song 'Abtauen Girl' zum Besten. Ein Fiasko, aber der Nino–Band schien es gefallen zu haben. Jahre später noch erzählte er mir, dass die Band den Song auf ihren Touren gerne im Auto trällerte, und dann coverten sie den Song tatsächlich auf 'Träume', dem bislang rockigsten Nino Album mit lauter tollen Ohrwürmern. 'Bäume' wiederum ist vielleicht sein poetisches Meisterwerk.

TF: Herzlichen Dank, Pico Be, und alles Gute für Das Weiße Pferd!


Die Band ist auf Facebook zu finden und hat eine eigenen Seite.

5000, n z 1 Kommentar d

Hawelka | Bandsalat

Die Stuttgarter Hawelka machen eine schräge Mischung aus Indie, Blues und Polka. Dazu gibts deutsche Texte mit tschechischem Akzent - nachzuhören auf der Anfang des Jahres erschienenen EP Zuversicht und Kippen. Wir haben den dreien ein paar Fragen gestellt - wer noch mehr hören und sehen will, dem sei die Band-Website wärmstens empfohlen.

Wer seid ihr eigentlich?

Jan Georg: Ich bin Halbösterreicher.
Petr: Und ich Songschreiber.
Jan Georg: Die Songs klingen so wie die Atmosphäre im Café Hawelka in Wien. So haben wir uns genannt.
Chris: Ich frage mich regelmäßig, wer ich bin. Jedenfalls kam ich 2007 dazu, und seither spielen wir Blues, Pop, Indie und Polka über Petrs tiefromantische Songs.

Hawelka

Wäre eure Musik essbar, wäre sie...

Jan Georg: ...eine Malakofftorte.
Chris: Chili con carne.
Petr: Musik kann man nicht essen! Aber wenn doch, dann wäre sie süß und bitter, wie das Leben!

Was ist München für euch?

Petr: Eine Stadt wie jede andere. Da war ich noch nie.
Chris: Stadt des "Pscht" nach 23 Uhr! Studieren "Silencer" eigentlich alle auf Lehramt?
Jan Georg: Ich will schon lange meinen guten Freund Simon, der bei der Münchner Skaband Benuts Saxophon bläst, im Münchner Sommer besuchen. Hat bisher aber immer geregnet.

Was wollt ihr gerne mal gefragt werden?

Alle: Was wollt ihr gerne mal gefragt werden?

Und wie lautet die Antwort zu dieser Frage?

Alle: ???

Wo würdet ihr spielen, wenn ihr euch einen Ort in München aussuchen dürftet?

Alle: Ganz klar: Atomic Café!
Chris: Wenn das innerhalb der nächsten zwei Jahre nichts wird, im Hofbräuhaus.???

Euer bester Song für Erst-Hörer ist...

Jan Georg: Mexico!
Chris: Der erste Song jedes unserer Konzerte!

Die wichtigsten CDs in eurem Regal?

Petr: Alles von den Doors. Placebo und Kasabian.
Chris: Bravo Hits 4 & Both Sides von Phil Collins
Jan Georg: The Good The Bad And The Queen, U2 (Pop), Roxy Music

Die besten der letzten paar Monate?

Petr: Ich höre keine aktuelle Musik. The Black Angels?
Chris: Oscar And The Wolf: Summerskin; Die Türen: ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ
Jan Georg: The Maccabees, Bombay Bicycle Club, Matthew Herbert

Pläne für die Zukunft?

Alle: in München spielen.
Chris: Gast bei Roche und Böhmermann - um zu zeigen, dass es auch Stuttgarter Musiker mit Humor gibt @Max Herre

Wie seid ihr zur Musik gekommen?

Jan Georg: Meine Eltern haben mich ans Klavier gezwungen.
Chris: Über die Karajan-Sammlung meiner Eltern und die überwundene Skepsis meiner Eltern, ihren Sohn, der nicht mal einen Hampelmann konnte, zum Schlagzeug-Unterricht beim Musikverein anzumelden!
Petr: Ich hab halt gezockt.
Jan Georg: Jetzt kann man sich vorstellen, wie unsere Bandproben ablaufen ...

Wie entsteht bei euch ein Song?

Jan Georg: Petr schreibt einen Song...
Chris: ...Petr spielt ihn uns vor und wir vertrauen darauf, dass aus unserer dazugespielten Improvisation irgendwann verlässlich Blues-Pop-Indie-Polka rauskommt.

Was hasst ihr?

Jan Georg: "Kannst du mir die Mail nochmal schicken?"
Chris: Auswärtsniederlagen in München und den neuen Dirndl-Schick auf DEM Wasen!
Petr: Ich hasse nichts. Nur der Mensch ist hässlich in seinem Tun. Was ich nicht mag, ist diese schmutzige Politik.
Es geht um Geld, Macht, Gier und Gesetze. Die Politiker sollen sich nicht wundern, wenn es nur noch Verbrecher gibt. Sie sind das Vorbild dafür.
Sie lassen Menschen für sechs Euro arbeiten, würden es selbst aber nicht tun. Politik ist das Hässlichste und Schmutzigste, was es gibt.

Matthias, n z Kommentieren d

Das Band --- Interview

Das TF-Interview mit der Musikgruppe Das Band (dt. Aussprache) enstand im Juni 2015 nach der Veröffentlichung ihres Debüt-Albums Also Gut, und geht so:

TF: Reagiert auf folgende Schlagworte.

Western

Werkstattkino. Spätvorstellung. Sam Peckinpah. „The Wild Bunch“. Der ans Lächerliche grenzende Anachronismus, das Männerbündlerische, harte Kerle mit veralteten Knarren, der furztrockene Humor. Diese nicht wegzudiskutierende pathetische Grösse. Wenn Freunde zu Gegnern werden, Flucht und Verfolgung und „der grosse Verlust den man verspürt wenn diese Killer am Ende ihres Weges angelangen.“ All dies und Ähnliches gilt natürlich auch für Rock´n´Roll Bands. Komparse Jim:„Wow, I got shot in a Peckinpah movie, in slow-motion!“

Leuchtreklame

Karlsplatz/Stachus. Nacht, Aussen. Regen. Aus dem fahrenden Taxi durch die nasse Scheibe der Beifahrertür. Im Radio spielt die Rosi. Die Osram-Reklame. Der sich drehende Merzedes-Benz Stern, McDonalds-Gelb und die Kinowerbung vom Gloria. Gegenschuss Taxilicht, Bremsleuchten, Licht-Reflexionen der Leuchtreklamen in Pfützen. Nasser Asphalt. Diese Seite wurde vom Regisseur kommentarlos aus dem Drehbuch gerissen.

Politik

beginnt nicht erst im Proberaum und endet auch nicht im Songtext.

Zigarettenmarke

Camel oder Marlboro? Bayern oder Sechzig? Mercedes oder BMW? Beatles oder Rolling Stones? Nur eine dieser Fragen ist tatsächlich noch von Relevanz. Und die Antwort darauf natürlich so blau wie der verbotene Dunst des heimlichen Häusltschicks.

--- ---

TF: Also gut?

Vor jedem Lied liegt, als Startschuss quasi, die Aufforderung zur Fokussierung, das vorgeflüsterte Metronom, der Einzähler. Diese Aufgabe obliegt dem Rythmus-Direktor, auch Schlagzeuger genannt. In diesem speziellen Fall heisst er Hermann. Erwartungsvoll richteten sich somit alle Blicke auf ihn und dann: „Also gut!“ „äh, Hermann, bitte einzählen.“ „Also gut“. „Nee, mehr so: eins, zwei, drei, vier“. „Also gut!“ daraufhin musste ein Lied mit dem Titel „Also gut“ geschrieben werden.. Auf diese Weise wird nun zumindest eine Nummer vom Rythmus-Direktor Hermann angesagt. Für alle anderen Lieder konnten wir uns schliesslich auf die Kombination: „Also gut, zwo, drei, vier“ oder so einigen. Diese alberne Geschichte gefiel wiederum unserem Label-Direktor Andi so sehr, dass er das Album auch so nennen wollte. Der Rest ist, naja, also gut.

Das Band --- Interview

TF: Zorniger junger Mann, trauriger alter Mann, oder überhaupt?

Unsere erste Single „Zorniger Junger Mann“ hätte auch „Grimmige Harte Frau“, „Zorniges kleines Kind“ oder „Kläffender Schwarzer Hund“ heissen können. Strophen gab es genug. Nur wird hier meine persönliche Obergrenze von vier Strophen bereits deutlich überschritten. Auch die technische Seite will bedacht sein. Eine 7 inch sollte nicht zu lang sein, sonst klingts nicht mehr. Die hier zur Aufführung gekommenen Herrschaften, nebst ihrer Mikrokosmen, sind somit ein kleiner Ausschnitt aus dem Eigentlichen. Das sichtbar gemachte unter der Lupe. Der Rest bleibt verschwommen und unkenntlich. Noch. Möglicherweise wird „Zorniger Junger Mann, Teil 2“ Aufschluss geben können.

Bitte drei Musikempfehlungen!

1. QUIT YOUR DAYJOB

2. COURTNEY BARNETT

3. CRYSTAL STILTS

5000, n z Kommentieren d

Interview with Lower Dens singer Jana Hunter

Vergangenen Freitag haben wir uns das Konzert von Angela Aux und Lower Dens im Feierwerk angesehen und hatten die Möglichkeit, deren Sängerin Jana Hunter einige Fragen zu stellen. Hier das ungekürzte Gespräch:

Interview with Lower Dens singer Jana Hunter

Jana Hunter of Lower Dens | Photo © Frank Hamilton

TF: What is your mission?
Jana Hunter: Let's see... My mission is that I just want to be of some purpose to the world - and with everything that I do, I try to figure out what that could mean.

TF: What did you come up with so far?
Jana Hunter: I think part of it involves trying to write good songs that communicate something to people and part of it is trying to have performances that mean something, that are authentic - that hopefully affect people in a way that I was affected by concerts when I was a kid. And it also means writing articles, I've been writing more lately - and during this part of my life it's about trying to write the best album that I can. You know, with each album I'm trying to figure out what didn't work about the last one and trying to make it better and then eventually that'll become something else. I don't think in a long term way about material goals but I think about staying true to something - that's much harder to put into words. I believe in being of service to people and I'm trying to correct myself when I'm not - and that's kind of hard enough anyway.

TF: That sounds like you're a perfectionist
Jana Hunter: I just want to be a good person - I have people in my family that are really good people and they're in much better fields for doing good than I am.

TF: So why did you choose music as your medium?
Jana Hunter: I started playing music when I was really young - when I was 7 or 8 or so - and I was really obsessed with it from the beginning. It was just one of the first things in my life that I was able to give myself to completely. When I was a kid, noone forced me to do it - I would just go home and practice my violin for two hours a day. I don't know why. So it's one of the few things that I'm really skilled at and I feel like there are possibilities with music for helping people - so I'm trying to figure out what those are. What it can be an avenue to. In what way music itself can be useful and how it can provide open doors to find other ways to be useful.

TF: Where did that inspiration come from?
Jana Hunter: Mostly my family. My mother is a really good person, she raised a lot of children and gave us some of her kindness. Most of my older siblings work in some kind of field where they help people, I have a sister that is a nurse and another sister that works with the homeless - they're just good people, my brothers, too. Of course there are a hand full of other people that had an impact on me - but I think it's mostly that I was raised in an environment where there was some important virtue instilled in the children.

TF: How do you write music? How does a song take shape now that you're the head of a band as opposed to back when you worked alone?
Jana Hunter: It changed over the course of the band - when we did our first record, I was still principally writing most things, almost as much as a solo artist. But the more we played together, the more we've become comfortable writing as a union. We meant to write this last record [Escape from Evil] completely collaboratively. We weren't able to because we didn't get to spend the amount of time to get us all into writing. But that's our goal for the next record again - to try to do it completely collaboratively - until we reach the point where we can do that and it feels organic and it's like a natural development.
I've always been interested in that with this group. One of the things about being a solo artist that started to seem most interesting to me was just hearing my own "voice" as a metaphor for my point of view or my idea of music. Now, instead of hearing those reflected at me all the time, I want to hear their ideas, I want to hear the product of the conversation that we have musically. That's more interesting.

Interview with Lower Dens singer Jana Hunter

Album Artwork for "Escape from Evil"

TF: Here's a pair of keywords for you: Music Industry vs. Feminism
Jana Hunter: There have been some good pieces and interviews about this topic from different artists lately. There's an interview with Björk on Pitchfork for example - Grimes talks a lot about this on her Twitter . And of course a lot of women talk about this. As a musician on tour, it is becoming more possible for that conversation to be held. For women in music it's easyer to take themselves seriously, to not feel like they're going to be taken for granted - it feels more productive than it has in the past.

TF: There's a major German music magazine that asks every artist they talk to why there are so few women in music. What do you think about a question like that?
Jana Hunter: There are a lot of women making music and recording music and producing music and doing sound. They just aren't as awarded - they aren't given opportunities for press and they aren't recognized for their abilities or their talents as much as men. It's just not true that they aren't there. That's just complete bullshit.

TF: We can completely agree on that. What about Capitalism vs. Creativity?
Jana Hunter: Oh. I mean... Those are two opposing forces. I think capitalism is a vampire that feeds on creativity. I can't really think of any more destructive relationship between two non living entities than those two.

TF: The 1980s vs. the 2010s
Jana Hunter: This is funny. This is something we talk about in the band sometimes. We view a lot of things from a perspective of our interactions with music and with the music industry. We've been talking a lot about how people who are in their early twenties now, who were born in the early 90s are kind of fetishizing the 90s in a way that is pretty funny to us. I mean - it's completely legitimate and we're just being assholes in saying that it's funny. But you know... We have a disdain for it because we lived through it. And I remember the same thing when I began fetishizing the 80s people who were older than me being like "What are you talking about, it was a joke!" and I'm like "No there's plenty of good stuff there!"
I think that we're reaching a point where I'm wondering: People who were born in the 2010s - what are they going to fetishize? There have ceased being decades that have their own personalities. Already we're living in a kind of mixture - people like to pull their influences from different decades and from different genres and from different time periods. And that's a good thing I think.
Regarding music and the tendency of people categorizing music by when it was made: There are more interesting things about music than when it was made. Unless you're connecting that to another context that has to do with when it was made. If you talk about music that was made in the 1920s that could be interesting because a lot of things happened in the 1920s. But if you just say "music from the 80s" - what does that mean? If it's just about the sound, that's really boring. Because then you end up with bands who are playing music that just sounds like something and means absolutely nothing - and you can see so much of that right now and it's sooo boring. Maddeningly boring.

TF: One more thing we would ask from you are musical recommendations. What's hot in Baltimore where you are from?
Jana Hunter: From Baltimore there's :3LON, Al Rogers Jr and Abdu Ali. Then there's a woman who has been around for a while. She's a rapper, she's really good, I think she's really underrated - her name is TT The Artist.
I don't really listen to music that sounds like what I make. When I'm listening to music at home it's either those kind of young bands or artists from Baltimore who are making stuff that sounds nothing like mine - some of it's based on traditional Rap and R'n'B and then there's a style of Baltimore music called Baltimore Club and then some of it is like this really crazy futuristic hippie rave R'n'B stuff - i don't know how to describe it but it's cool, it makes you feel very good and is really fun to dance to.
Oh there's another one: :3LON did a song with a guy that goes by the name of jpegmafia - it's called 0 missed calls - I think I'm gonna write about it for a magazine. You should check it out.

Matthias, n z Kommentieren d

Neun Fragen an: Das Hobos

Neun Fragen an: Das Hobos

Tom Simonetti, Leo Hopfinger und Frank Nägele, ihreszeichens Vertreter eines digital-analogen Nomadentums des einund­zwanzig­sten Centennium zwischen Stadt, Land, Netz, Mundharmonika und Synthesizer - Post-Post, Post-Hobo und Post-Country sowieso - haben mit ihrem Album This is the Place ein wirklich herrliches Stück Musik geschrieben, das man jetzt auch wieder via bandcamp käuflich erwerben kann (eine hervorragende Idee, dieses zu tun).

Für die Aufnahmen zog sich die Band in eine verlassene Bahnbarracke im Ostallgäu zurück - man stelle sich eine gewisse Spät-Wildwest-Romantik zwischen Güterwaggons und Lagerfeuer vor - für diese Lebensweise steht die Band mit ihrem Namen,
Das Hobos

Vorweg das schöne neue Video zu whitelines, darauf Leos Statements zu neun Fragen und Schlagwörtern von Tapefruit.


TF: Ihr habt für die Aufnahme eurer LP "This is the Place" einige Strapazen auf euch genommen. Bleibende Schäden/Angewohnheiten/Eindrücke?
Das Hobos: Die Aufnahmen waren weniger mit Strapazen verbunden, man kann sogar behaupten, das es größtenteils sehr entspannt abgelaufen ist. Wir suchen bewusst Zeitlöcher und Entschleunigung um Ideen und Gefühlen freien Lauf zu lassen. In diesem Fall war es eine alte Bahnbarracke, gleich neben dem Gleiskörper. Wir haben dort die Umgebung neu entdeckt und uns inspirieren lassen. Ganz konkret haben wir das Album beim Grillen aufgenommen.

Neun Fragen an: Das Hobos

TF: These, Synthese, Antithese
Das Hobos: Wenn man es schafft, seine Gedanken auf das hier und jetzt zu bündeln, kann man seinem Ego gut aus dem Weg gehen. Da passieren tolle Sachen und im besten Fall ist man nur noch eine Art Transmitter eines Gefühls. Räucherstäbchen haben wir aber nicht angezündet.

TF: Wie kommt bei euch ein Song zustande?
Das Hobos: Die vorhandenen Aufnahmen werden ausgewertet, Spuren gemutet oder overdubbed. Texte oder Samples werden im Nachhinein eingefügt. Sie haben auch einen ähnlichen Stellenwert. Wir sind keine Singer und Songwriter. Das können andere besser.

TF: Elefant
Das Hobos: Sind irgendwie traurige Tiere.

TF: Grundsätzlich - Konzeptalbum oder Song für Song?
Das Hobos: "This is the Place" ist ein Konzeptalbum. Mit genügend Ausschussmaterial bekommt man das schon hin. Es hat sich aber alles ganz natürlich gefügt, ein Glücksfall. Es soll ja auch noch authentisch bleiben.

TF: James „Sus“ Sutherland
Das Hobos: Cutting edge Provokateur und Künstler, der als Pate für unsere Covers steht. Es gab eine 150st. schwere „art edition“ unseres Albums, bei der jedes einzelne Cover ein Unikat ist. Wir haben eine Riesenleinwand aus den BlancoCovers gebastelt und Sus hat sie beschmutzt. Sus ist selbst ein Unikat und immer für Überraschungen gut.

Neun Fragen an: Das Hobos

TF: Straße, Rotz
Das Hobos: Ja, Credibility muss schon sein, gerade in Zeiten wo alles inszeniert werden kann. Wir sind zwar keine echten Hobos, aber trotzdem ganz gut drauf.

TF: Liebe
Das Hobos: Wenn man kein Geld mit der Kunst verdient, nehmen wir halt die Liebe. Das passt gut.

TF: Bitte drei zwingende Musikempfehlungen.
Das Hobos: Jesus‘ Blood Never Failed Me Yet, ein 25 Minuten Werk von Gavin Bryars. Ein Obdachloser singt den Loop seiner Existenz. Zum ersten Mal gehört auf einer „Ghost Album“ listening session in der Favorit Bar. Bei unseren recording sessions bekamen wir auch öfters Besuch eines Obdachlosen, was auch auf dem Album zu hören ist.
Cortez The Killer - klar, Neil Young darf nicht fehlen. Er spricht das Intro zu unserem Song Automatic. Danke dafür! Ein Paradebeispiel, des Laufenlassens. Die Musiker sind nur noch Medium eines Gefühls. Rock on!
Hier noch was Hausgemachtes: Labelmate [bei In gute Hände] Der Herr Polaris veröffentlicht dieses Jahr sein neues Album. Mit Hinterfragen schickt er vorab (live) einen Straßenfeger der Extraklasse. Hit!


Das Interview erschien erstmals im Tapefruit Print, derzeitig zu beziehen bei: Favorit Bar, Unter Deck, Milla oder online bestellbar.

Matthias, n z Kommentieren d

Karaba Interview

Karaba Interview

TF: Guten Abend. Was hat Karaba als nächstes vor?

Die etlichen Songs und Ideen zu arrangieren und endlich auf unserem nächstem Album zu verewigen. Außerdem noch viele isarjams, spaceshizzles und sonstige Konzerte veranstalten.

TF: Woher kommt Weltraum-Faszination?

Wir spielen meist in unserem engen dunklen Keller, weshalb wir uns oft nach der unendlichen Weite des spaceshizzles sehnen.

TF: Wie kommt eure Musik zustande?

Durch ständiges jammen, viel interessante Musik hören und reichlich tschubbitsch.

----------

Schlagwort-Reaktionen:

TF: Progressive

Zeitlos

TF: Retro

Pferdekutsche

TF: Science-Fiction

Omegazentaurispacecommandergibit

----------

TF: Gebt bitte drei Musikempfehlungen!

Mats & Morgan

Dedalus

Embryo

Grüße aus dem Keller, Karaba

TF: Danke!

----------

Karabas Facebook

Karabas Bandcamp

5000, n z Kommentieren d

Kreisky Interview + Konzert 26.10.

Kreisky haben am Sonntag ein ausgezeichnetes und ausverkauftes Konzert in der Milla gespielt. Mit herausragender Zugabe wurde hier die Tour abgeschlossen ("Die Menschen sind schlecht" war mein Favorit des Abends).

Nach dem Zusammenpacken geben Franz Wenzl (Gesang, Tasten), Martin Offenhuber (Gitarre), Gregor Tischberger (Bass) und Klaus Mitter (Schlagzeug) bei einem Bier freundlich Auskunft.

Kreisky

TF: Ich hab letzte Woche ein Video vom Hader gesehen, in dem er die Kreisky-Zeit als gemäßigte Demokratie bezeichnet hat. [Kreisky lachen]. Ist der Bandname politisch?

Wenzl: "Jein. Wir haben einen Bandnamen gesucht, der halt so ein großer Bandname sein sollte, so einer, der ein bisschen nach was klingt. Also haben wir Wörter ausprobiert."

--Tischberger und Wenzl reden über den nicht genommenen Alternativ-Vorschlag "Erdarsch", alle lachen, unterhalten sich aber nicht ohne Ernst über den Namen. Mitter wirft ein, dass dieser auch als Erdmöbel Rip-Off erscheinen hätte können.--

Wenzl fängt den Exkurs wieder ein: "Auf jeden Fall war es dann irgendwie so, dass ein paar Namen geflogen sind, und ich glaub bei Kreisky war dann so eine Stille, und irgendwie so: 'Ok da sammer jetzt auf einer Goldader, das ist wirklich ein cooler Name'. Er klingt gut, er passt zur Musik. Und man darf nicht vergessen, als wir uns gegründet haben war das in Österreich die Schüssel-Zeit, blau-schwarze Regierung, später dann blau-orange, [Anmerkung: Wolfgang Schüssel, ÖVP, konservativ, schwarz / FPÖ, national, liberal, blau / BZÖ, rechtspopulistisch, orange], und da war irgendwie der Kreisky im Vergleich dazu schon ein positives Signal. Dass da nicht jeder damit kann, ist nur umso cooler eigentlich. Wenn man nicht ins Detail geht, sondern im Großen bleibt, dann hat Kreisky doch Österreich schon weit geöffnet in vielerlei Hinsicht. Für uns ist das schon … ok."

TF: Also hauptsächlich eine klangliche Entscheidung, aber auch ok inhaltlich?

Wenzl: "In erster Line war das eine intuitive Entscheidung. Es hat irgendwie genau die Kanten die es irgendwie braucht. Guter Name einfach."

TF: Ich bleibe beim Österreichischen: Wir haben nächsten Monat in der Milla Den Nino aus Wien und Wanda da. Über Wanda ist sauviel geschrieben worden. Gibt es eine Kreisky Meinung zu Wanda?

Wenzl: "Ich muss sagen, ich hab sie ein bisschen gesehen auf einem Festival, und es hat schon sehr smart gewirkt. Die Wissen irgendwie was für Versatzstücke sie hernehmen und wie sie sie cool zusammen bauen. Ich glaub das ist schon eine sehr gute Band. Aber das ist erstmal eine unfundierte Meinung."

Offenhuber: "Das ist mehr als viele Andere nach vielen Jahren in irgendeiner Art von Band oder Karriere zustande kriegen; wirklich sehr sehr stark. Ich hab sie leider live nur einmal und nicht sehr lang gesehen, das war irgendwie distanziert so am Open-Air in Wien - das war zu weit weg, das hat nicht gewirkt. Aber alles andere wirkt wahnsinnig stark. Der Nino, der Nino ist natürlich schon … da. Der ist ein Fixum. Der ist schon immer da."

Kurz danach wird er noch anfügen "Der Nino hat natürlich schon eine sehr solitäre Position, die er mit Freude bespielt." Er meint "Ich habs lieber wenn der Nino die Deutschland-Karte erschlossen hat als wenn der … ähm..."

TF: Der Gablier?

Offenhuber: "Nein nicht der Gabalier, aber diese ganzen Nachahmungsbands. Ich finde nicht alles gut was er [der Nino] macht, aber er als Figur, und was er macht, und warum er das macht, ist mir tausendmal lieber als diese ganzen Musiken, die mir vielleicht näher sind, aber aus den flaschen Gründen gemacht werden. Da gehts um Nachahmung, da geht’s um eine Art von Imitation die es nicht braucht. Ja? Warum braucht man eine imitative internationale Band die aus Wien kommt? Die könnte aus München oder Augsburg oder irgendwoher kommen, das ist eigentlich Wurscht."

Einleuchtend.

Übergang fällt mir keiner ein, ich stelle die nächste Frage, deren Antwort mich interessiert.

TF: Ich finde eure Musik, die ganze Band, sehr stimmig. Hat es ein Konzept gegeben? Diese Idee füllen wir jetzt aus? Oder hat sich das ergeben?

Wenzl: "Ein Grundkonzept hat es schon gegeben." Tischberger: "Eine vage Idee wie es sein soll." Wenzl: "Ernsthafte Musik. Wir kommen aus verschiedenen Spiel-Richtungen: Homerecording, Elektronik, komische Sachen, Avant-Sachen oder Indierock oder irgendwie sowas."

TF: Elektronik?

Wenzl: "Auch, ja. Der Martin zum Beispiel hat ja auch selbst Instrumente gebastelt und so weiter. Und bei der Geschichte [der Band Kreisky], war dann die Idee: Das soll jetzt eine Rockband sein - im besten Sinne – klassisch; darum auch die Anzüge, ein bisschen ein Dresscode. Groß, ernsthaft auf der Bühne stehen. Wir waren da alle sowas um die 30, da muss man ja ein bisschen umdenken. Das Konzept hats schon gegeben. Und das hat auch sicher zusammengehangen mit dem Zustand von deutscher Popmusik zu der Zeit, die einfach wahnsinnig gefühlig war. Jetzt gibt’s wieder ganz andere Sachen."

TF: Die noch mehr zum kotzen sind.

Wenzl: "Joa auch, eh klar. Wenn man jetzt die großen Sachen anschaut, aber ich meine so im Indie-Pop Bereich. Jetzt gibts halt Ja,Panik, Die Nerven, … . Jetzt gibts schon ein bisschen mehr Sachen die irgendwie interessant arbeiten. Und damals war das dann eher so melodie- und melancholieselig oder sowas, und das wollten wir nicht machen, sondern es war uns schon wichtig, dass das richtig Ecken hat."

TF: Das war das eine Wort das mir eingefallen wär, wenn ich mich auf ein Wort hätte festlegen müssen: kantig.

Wenzl: "Ja, das ist ja ganz gut." Offenhuber: "Das sitzt offenbar in uns drinnen. So ganz locker gehen die runden Sachen nicht von der Hand. Was man aber schon sagen muss, ist das wir trotz aller Sperrigkeit trotzdem immer den Pop-Gedanken drin haben. Wir wollen jetzt nicht die Leute ausperren, die sollen schon ruhig mitmachen."

Wenzl: "Wir habens selber mal so formuliert, dass wir eigentlich eine Popband sind, die mit Rockmitteln arbeitet."

Kreisky sei "rockig" aber habe "einen Popgedanken drinnen, der mit Verfremdung und mit Symboliken und soweiter spielt."

Offenhuber: "Und dann die Catchyness." Wenzl: "Joa klar."

TF: Weil du gerade sagst "Mit 30 muss man umdenken": Ihr habt heute Babystrampler im Merchandise gehabt. [Kreisky lachen]. Ist Kreisky Rock'n'Roll für Erwachsene?

Kurze Stille, dann mehrfaches "Joa".

Tischberger widerspricht aber: "Na. Für Kleinkinder! Wie logisch ist denn das?" [alle lachen]

TF: Das Kleinkind kauft sich nicht selbst den Strampler, sondern die Eltern.

Tischberger: "Ja aber das Kleinkind wird dann vor die Stereoanlage gesetzt weil die Eltern dann die Platten auflegen." Dem Kind würde das taugen "auch wenns so kreischt und zuckt. Das ist irgendwie ganz cool."

Mitterer: "Es ist mittlerweile Musik für alle, ausgenommen zwischen 10 und 22" Tischberger: "Naaa." Wenzl: "Das Stimmt auch wieder nicht unbedingt," Offenhuber: "Aber was stimmt is aufjedenfall, dass interessanterweise grad sehr kleine Kinder auf die Musik abfahren"

TF: Spielt ihr auch vor kleinen Kindern?

Offenhuber: "Bislang wars eher über den Tonträger."

Wenzl: "Der Grundgedanke war in dieser Hinsicht: Musik für uns machen - und wenn man ans Publikum denkt, dann an Gleichaltrige oder sowas. [...] Es war schon irgendwie so, dass die Reflektion die da passiert, die Musik die da passiert, einen Hörer braucht, der natürlich schon ein bisschen Musik gehorcht hat und ein bisschen eigenen Erfahrungen gemacht hat."

Offenhuber: "Wieviele sogennate Indiebands produzieren für ein Publikum zwischen 13 und 18, oder 20 wenns hoch kommt und sind aber selbst jenseits der 30, 40."

Wenzl: "Wenn wer die Sache glaubhaft und aus den richtigen Gründen interessant findet, dann finden wir das natürlich super. Das ist eine gute Kommunikation. Das ist doch so der Auftrag von allem was man macht"

TF: Herzlichen Dank!

Man trinkt das Bier leer. Ich frage Franz Wenzl noch ob er mit der Wenzl verwandt sei; ist er aber nicht (der Sänger war während des Konzerts in einer von mehreren unterhaltsamen Zwischenreden auf 'München als Theaterhauptstadt des deutschsprachigen Raumes' zu sprechen gekommen). Die Band unterhält sich noch kurz über den jüngsten Burgtheaterskandal, dann geht es in den Flaschenöffner. Dort bringt Martin Offenbach noch Fugazi und Ian McKaye generell (ich glaube auch The Evens, aber kann mich nicht mehr erinnern) sowie Nick Cave & The Bad Seeds und Slayer auf den Tisch. Sehr interessant und gedankenvoll alles.

5000, n z Kommentieren d

Lisiena | Bandsalat + Debüt-Release

Die SZ Jugendseite nennt sie "Barbie mit Punk-Attitüde" - aber gut... Das ist halt die SZ Jugendseite.
Ich würde Lisiena eine Frau mit einer Gitarre nennen - und das in Zeiten, in denen immer noch weit mehr als 51,27% aller Musiker männlich sind (Funfact des Tages - Geschlechterverhältnis weltweit: M 51,27% | W 48,73%) und immer mehr Bands auch ganz gut ohne Gitarren auskommen.
Mit einem Bein in der Zukunft und dem anderen zwischen Gegenwart und Vergangenheit holt die Dame mit der abgefahrenen Frisur und der wirklich brauchbaren Stimme aus verdammt wenig ziemlich viel raus. Am Samstag releast sie nun ihr Debüt - hier ein paar Antworten auf die Fragen, die sich aufwarfen:

Lisiena

Wer bist du eigentlich?

Ich bin Lisiena. 23 Jahre jung. Fulltime Künstler, Singer-Songwriter und Holder von Pineapple Records.

Wie bist du zur Musik gekommen?

Während des Kunststudiums habe ich einen Song nach dem anderen produziert.
Die Demos kamen gut an und die Bühne macht Bock. Aus mir wurde ein postpubertierender Punk, der, parallel zur Malerei und Grafik, Musik macht.

Das Debutalbum My Baby killed the color and I'll paint again wird am 2. Juni 2012 auf sämtlichen online Marktplätzen released.
Anschließend folgt die zweite Tour für dieses Jahr.

Du betreibst dein eigenes Label - wie kam es dazu?

Viele Ideen, Motivation, Energie und die Sache, dass ich mich nicht auf ein Baby fixieren wollte.
Doch war Pineapple Records zu Anfang auch eher ein Experiment, dass sich mit der Zeit entwickelt hat. Ich hatte einfach total Lust drauf.
'Handgranaten Platten' ist eine kulturelle Kneipe und spezieller Rahmen für spezielle Künstler.

Wie entsteht bei dir ein Song?

Schnibbeln. Kochen... Rühren. Abschmecken nicht vergessen.
E voilà!

Wäre deine Musik essbar, wäre sie...

Superspaciger Bigmac vs Kräuter-dupa-dip.

Was ist München für dich?

Ich war schon in einigen deutschen Städten. In München fühl ich mich ziemlich wohl.

Was willst du gerne mal gefragt werden?

Ich weiß, was ich nicht gefragt werden will.

Und wie lautet die Antwort zu dieser Frage?

Wie kann man denn von der Kunst leben?

Wo würdest du spielen, wenn du dir einen Ort in München aussuchen dürftet?

Coole Menschen machen nen coolen Ort aus...

Dein bester Song für Erst-Hörer ist...

! Machine ! Das Musicvideo dazu gibt's bald

Die wichtigsten CDs in deinem Regal?

Ich habe ehrlich gesagt viele 90er CDs. Die letzte Platte, die ich gekauft hab ist das Album A Crow Left of the Murder... von Incubus.

Die Besten der letzten paar Monate?

Aus dem Stegreif: Amanda Blank - I Love You. Auch top: Sefyus letztes Werk Oui,Je le Suis. Cold von den Blood Red Shoes ist bei mir ebenfalls hängen geblieben. Mein derzeitiger Highlight ist von Friends I'm his Girl. Und nicht zu vergessen: everybodys darling Lana del Ray - Born To Die.

Pläne für die Zukunft?

Pläne sind ne so ne Sache...

Was hasst du?

Kommt drauf an, wo ich grad bin, wie die Stimmung grad ist...

Welche Clubs der Stadt sollen deine Musik spielen?

Die, die Bock auf meinen Sound haben und nicht die, die ich geschmiert hab.

Matthias, n z Kommentieren d

Tapefruit Newsletter

Erhalte Updates zu Veranstaltungen und Veröffentlichungen von Tapefruit