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  1. Max Romeo - Chase The DevilMax Romeo  - Chase The Devil
  2. Okkervil River - Days Spent FloatingOkkervil River - Days Spent Floating
  3. Dj Shadow - Right ThingDj Shadow  - Right Thing
  4. Pulsallama - The Devil Lives In My Husband's BodyPulsallama  - The Devil Lives In My Husband's Body
  5. Haruomi Hosono - CaravanHaruomi Hosono - Caravan
  6. Tim Buckley - Driftin'Tim Buckley  - Driftin'
  7. Michael Hurley - Animal Song (If I Could Ramble Like A Hound)Michael Hurley - Animal Song (If I Could Ramble Like A Hound)
  8. The Limiñanas - Istanbul Is SleepyThe Limiñanas - Istanbul Is Sleepy

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Dan Mangan & Blacksmith und Cristobal and the Sea live im Strom

Auf die Bookings von target ist nach wie vor Verlass: Morgen (16.04.2015) holt die Konzertagentur die schönen Däninnen von Darkness Falls in die Milla, erst gestern (14.04.2015) hatten sie die City Slang Gewächse Dan Mangan & Blacksmith sowie Cristobal and the Sea ins Strom geladen. Wir haben uns das angeschaut:

Dan Mangan & Blacksmith und Cristobal and the Sea live im Strom

Dan Mangan (r.) und Blacksmith-Bassist Johnny Wah

Dan Mangan & Blacksmith

Fangen wir doch mit dem Herrn Mangan und seinen Hufschmieden an: Fünf durch-und-durch Kanadier, davon jedoch nur einer zeitweise in kariertem Flanell, bringen Akkustik- und Semiakkustikgitarren, Bass, ein überraschend kleines Schlagzeug und eine Trompete auf die Bühne. Schnell wird klar, dass das keine Anfänger sind:

Gitarrist Gordon Grdina, ergrauendem Haars, holt per Cellobogen und String-Synth-Pedal erstaunlich authentische Streicher auf die Bühne, schrammelt aber auch derartige Solos runter, dass die eine oder andere Saite dran glauben musste - dabei stets eine Prise Ironie auf den Lippen - sehr sympathisch.

Trompeter JP Carter, wirren Haars, beherrscht nicht nur sein pianissimo erstaunlich, sondern nebenbei auch eine ganze Batterie an Effektgeräten, mit denen er seinen Sound verändert. Wer Trompete spielt hat schließlich eine Hand frei. Johnny Wah am Bass wirkt routiniert und abgebrüht - zwischen zwei komplexen Riffs bleibt da schon mal eine Viertelsekunde um Dan Mangans sich lösenden Gitarren-Strap festzuzurren.

Drummer Kenton Loewen war leider die meiste Zeit hinter einer dichten Nebelwand verborgen, durfte aber mit einem knapp zehnminütigen Schlagzeugsolo auftrumpfen. Dan Mangan braucht gleich zwei Mikrofone um seine stimmliche Bandbreite einzufangen und gibt Nachhilfe im Kanadisch-sein: "What everyone else calls a beanie, in Canada we call a toque [sprich tewk] - so if you wanna take part in something very Canadian, get yourself a toque!"

Wer auf einen Gastauftritt von Dave Grohl, der Gitarre und Vocals zu Vessel vom aktuellen Dan Mangan & Blacksmith-Album Club Meds (für mich eines DER Alben 2015 bisher) lieferte, tat das zwar vergeblich (irgendwie zu erwarten), kam jedoch sicherlich trotzdem voll auf seine Kosten.

Dan Mangan & Blacksmith und Cristobal and the Sea live im Strom

Grande Finale: Dan Mangan & Blacksmith mit Cristobal and the Sea

Cristobal and the Sea

Die Vorband Cristobal and the Sea möchte ich aber auch nicht unerwähnt lassen. Sänger und Portugiese Joao Seixas, Querflötistin und Französin Leila Seguin, Bassist und Spanier Ale Romero sowie Schlagzeuger und Brite Joshua Oldershaw haben sich im Südwesten Londons getroffen - ihre bunte Herkunft mag den Sound erklären:

Hier finden sich 70s-Folkanklänge a la Crosby, Stills, Nash & Young, gemischt mit lateinamerikanischen BossaNova-Dada-Lyrics und Afro-Beats, die einen Touch Vampire Weekend mitbringen - gesungen wird dazu auf Portugiesisch, Spanisch und Englisch (vielleicht habe ich das Französische auch einfach überhört, man mag mir das ggf. verzeihen)

Wer die Chance hat, die Tour noch zu besuchen, dem sei dieses Verhalten aufs Wärmste ans Herz gelegt. Termine in Dresden, Berlin, Hamburg, Bremen und Heidelberg stehen noch bevor, dann geht es weiter nach BeNeLux, Frankreich, UK, USA und Kanada.

Matthias, n z Kommentieren d

CocoRosie live @ Kongresshalle

So, am Wochenende haben wir uns CocoRosie in der Kongresshalle angeschaut. Ich hatte ja zugegebenermaßen eine gewisse Grundskepsis, weil mir nur etwa 2 von 3 CocoRosie-Songs gefallen und der Rest bei mir auch gern unter Katzenmusik läuft. Live wurde ich dann aber ganz klar überzeugt. Das ist ein wirklich lohnendes Konzerterlebnis, sollte man sich einmal anschauen!

CocoRosie @ Kongresshalle

Zuerst ließen die zwei amerikanischen Wahlpariserinnen mit ihrer wunderbar zusammengewürfelten Gruppe (mit dabei ein Keyboarder, der aussah wie Takeshi von Takeshis Castle, ein Keyboarder/Bassist, der aussah wie die Kreuzung aus Tom Waits und Freddy Kruger, ein Beatfrickler, der zeitweise im Yeti-Kostüm gespielt hat und ein Beatboxer, der ziemlich genau so aussah wie Stefan von Erkan & Stefan) recht lang auf sich warten - dann haben sie aber auch gut zwei Stunden gespielt, unterbrochen nur durch ein zehnminütiges Solo vom Beatbox-Stefan.

Fast all die Songs, die ich richtig gern hab, wurden gespielt (ausser Beautiful Boyz). Am stärksten fand ich live fast Smokey Taboo, von Werewolf haben sie eine etwas verkorkste HipHop Version gebracht, die für Fans wohl ziemlich gewöhnungsbedürftig war. Ziemlich stark waren die Visuals, die weirde Aufnahmen von einem betrunkenen Clown und live-Aufnahmen von Mikrofoncams (siehe Foto) gemischt haben.

Alles in allem muss icke sagen: ein absolut energiegeladenes Konzert, das richtig Spaß gebracht hat. Gehnwer wieder hin!

Matthias, n z Kommentieren d

Woodkid live in München

Woodkid in der Muffathalle. Mir fehlen die Worte. Ein absolut episches Konzert. Etwas anderes hätte man sich auch fast nicht vorstellen können.

Woodkid - Muffathalle

Die Bühnenperformance sprühte nur so voller Energie: 3 Bläser - Posaune, Tuba und Trompete - 2 Synthesizer, die den Rest des spektakulären Orchesters bildeten und die 2 überzeugendsten Trommler, die man sich nur vorstellen konnte. Das Setting: genial. Offensichtlich zwar bis ins Detail inszeniert, dadurch ergab sich aber auch dieses epische Bild aus tragenden, düsteren grau Tönen.

Rhythmisch untermalt wurden die viefältigen Liveklänge durch eine (wie auch anders) starke Lichtchoreographie mit bekannten, wirren Schwarzweißaufnahmen von nicht endenden epischen Dingen wie Festungen, Gewitterwolken, gekreuzten Schlüsseln, Kristallen, Bergen und rennenden Wickinger Jungs. Und in Mitten der sich roboteroid bewegenden Instrumentalisten, die zugleich so viel Lebensenergie auf ihre Instrumente übertrugen wie fünf Sonnensysteme, der Kopf und die Stimme der Truppe: Der kleine Franzose Yoann Lemoine, Woodkid.

Cooler Dude, dem man es anmerkt, auf seiner ersten eigenen Live Tour zu sein und der sich sichtlich über die jubelnden Fans freute. Alles in allem ein großartiges Konzert, das die Songs auf dem Album an Intensität überstrahlte. Deutlich mehr Instrumentalanteil, durchdringende Percussionsessions und insgesamt noch mehr Gas. Ein großer Erfolg und Spaß es miterleben zu können. Also ein großes Dankeschön an Woodkid. Komm bald wieder, Munich loves you.

kiwifruit, n z 1 Kommentar d

Grimes & Neon Indian (slightly NSFW)

Ach ja, der gute alte 105er Bus Termini - Grotte Celoni, auch bekannt als "Ghetto-Shuttle" oder "Minority-Carrier"...
Ist doch immer wieder für ein paar Überraschungen zu haben. Gestern Abend habe ich diesen Bus genommen, um zum Konzert von Grimes und Neon Indian im Circolo degli Artisti zu fahren - und muss sagen, die Busfahrt war unterhaltsamer und billiger: Es fing damit an, dass eine ältliche, sizilianische Prostituierte, sturzbesoffen, keinen Zahn mehr im Mund, aber bis ans Messer geschminkt (hab leider keinen Fotoapparat dabeigehabt, sonst hätt ich abgedrückt... Was ne Schau, die Dame) wohl etwas falsches zu einem angehenden Freier sagte, woraufhin ein Handgemenge entstand, an dem Menschen aus 6 verschiedenen Kulturkreisen teilnahmen.

Kaum hatte sich die Situation beruhigt, heizte der Busfahrer über eine dunkelrote Ampel und, ja ich weiß, unglaublich, aber wahr: ein Carabinieri-Schlitten volle Kalotte schräg hinten rein. Zum Glück nichts weiter passiert, die Carubba haben aber natürlich nen riesen Terz geschoben - also musste ich die letzten zweihundert Meter laufen.
Und das alles, meine Damen und Herren, war in meinem Studenten-Monatsticket für schlappe 18€ enthalten.

Das Konzert kostete schweinische 15€ und konnte somit, was das Preis-Leistungsverhältnis anging, schon nicht mehr mithalten.
Leider kam ich ein Bisschen spät für Grimes, die letzten vier Songs, die ich noch hören konnte, haben mir musikalisch sehr gut gefallen - ziemlich viel elektronische Weirdness, aber tanzbar, dazu gelegentliches Singen bzw. Gekreische ins Mikrofon. Schön.

Ganz so "real" wie sie sich gibt, kam die gute Frau aber nicht rüber - mir schien sie ein absolutes Produkt zu sein, genau das, was die Hipsterkids haben wollen - und sie schien sich in dieser Rolle gar nicht so wohl zu fühlen. Aber vielleicht hatte sie auch nur nen schlechten Tag. Oder ich. Richtig stark wurde es, als Grimes einen Song gemeinsam mit Neon Indian performt hat, das hat richtig gescheppert.

Grimes Pussy Rings

Danach ist sie sofort Backstage verschwunden und hat einen Frisur-Klon zum Verkauf ihrer Ring-Kollektion abgestellt. Ja, diese Pussy-Rings sind tatsächlich Vagina-Abgüsse der Künstlerin - ich hätte ihr so gern vorgeschlagen, nächstes mal eine essbare Version zu machen, vielleicht funktioniert das ganze ja nach dem Voodoo-Prinzip?
So, genug der Schweinereien! Doch nicht vor all den Internet-Kinders!

Joa, danach gings über zu Neon Indian, coole Band, deren großer Gewinn darin liegt, dass sie unheimlich elektronische Musik auf unheimlich analoge Art und Weise produzieren - allein dafür, dass der Bassist/Gitarrist eine '86er Roland G-77, alias hässlichster Bassgitarren-Synthie aller Zeiten benutzt hat: Fetteste Props.
Einzig: Das Auftrittsschema dieser Band ist folgendes: Electrical Weirdness (diesmal nicht tanzbar sondern der Typ "Und das Publikum steht stumm neben einer Bühne rum") - Song (Publikum flippt aus) - Electrical Weirdness - Song - Electri...

Joa, irgendwie haben die sich mit dieser ganzen übermäßigen Synthie-Schwurbel-Attacke den ganzen Flow verhauen - sowas kann ja cool sein, passt aber gar nicht so recht in ihren sonst so poppigen Sound...

Abschließend noch ein Hinweis auf unser neuestes Feature: eine interaktive Weltkarte unserer Sticker.
Verzeiht den textlastigen Beitrag - ich hoffe er kann trotzdem unterhalten.

Matthias, n z 1 Kommentar d

Diagrams im Circolo degli Artisti

Ich weiß nicht, wieviele von euch Anfang des Jahres, als ich darüber berichtete, in das Soloalbum Black Light von Tunng Mitgründer Sam Genders aka Diagrams reingehört haben.

Samstag abend hatte ich nun das große Glück, dass Diagrams, als eine von ganz ganz wenigen wirklich interessanten Bands in Rom gespielt haben. Publikum war sogar auch ein Bisschen da, knapp 50 Leute, hüstel... Jaja, die Musikszene von Rom... Ein Traum.

Live spielen Diagrams zu acht, die "klassische" Bandaufstellung Schlagzeug, Bass, Gitarre, Gitarre+Gesang - und dazu Keyboard, Posaune, Trompete und Sax. Und das hat absolut überzeugt. Definitiv eine Band, die live nochmal geiler ist als auf der Pladde.
Würd euch sehr ans Herz legen ein Konzert der Leute zu besuchen, wenn irgend möglich - leider haben sie in München nicht halt gemacht.

Aber das schönste an so Minikonzerten ist doch einfach, dass man nacher n kleenen Plausch mit den Künstlern haben kann. Ich muss zugeben, nach dem Bayern-Schock musste ich mir ein paar Bier reinstellen, sodass ich mich nicht mehr direkt an den Wortlaut erinnere, aber soviel kriege ich noch zusammen: Tunng mit Sam wird es auf absehbare Zeit wohl nicht mehr geben, ebensowenig Sam als Lehrer (so hat er die letzten 3 Jahre sein Brot verdient) - stattdessen soll das Soloprojekt vertieft werden, mit weiteren Touren und neuem Album.

Diagrams - Tall Buildings 7 Inch

Zum Abschied hab ich dann auch noch ein Geschenk bekommen! Ja schieß mich tot. Jetzt bin ich stolzer Besitzer einer handsignierten, limitierten, durchsichtigen 7" mit meinem Lieblingstrack Tall Buildings und dem ziemlich krassen Olubenga-Edit von Hill drauf - gewidmet einem gewissen Matthais. Ein schönes Ding für meine Sammlung schöner Dinge.

Matthias, n z 4 Kommentare d

Caribou live in der Muffathalle

Caribou - Muffathalle

Vorgestern haben wir uns Caribou und Jessy Lanza in der Muffathalle angeschaut. Ich glaub schon von den paar Bildern wird schnell klar, dass das ganze eine ziemlich fette Show war.

Caribou - Muffathalle

Ich habe mir zwar sagen lassen, dass der Auftritt 2005 in der Kranhalle noch energiegeladener gewesen sein muss - das glaub ich auch gern, ist dieses Venue doch deutlich intimer und gerät schnell ins Kochen, wenn die Leute Bock drauf haben.
Aber, was soll der Geiz - abgesehen von ein paar kleinen Tempo-Schnitzern, die mir aufgefallen sind, war das ein hervorragendes Ding.

Caribou - Muffathalle

Stark an der Lightshow: Als Projektionsfläche diente eine große Leinwand, bedruckt mit dem aktuellen Albumcover, dieser CMYK-Komposition aus mehreren verschiedenen Motiven - die wechselnde Beleuchtung zeigte dann jeweils nur ein Teilmotiv. Ließ sich fotographisch nicht wirklich festhalten, hier die Dekomposition per Photoshop:

Caribou - Muffathalle

Musikalisch schlug, fast selbstverständlich, die Zugabe Sun am dicksten ein - gespielt in einer super-extended Version, die streckenweise kaum noch zu erkennen war, richtig fein. Fun-Fact: Neben mir stand einer, der den ganzen Text von Sun auswendig konnte (!) und komplett mitgesungen hat. Episch.

Matthias, n z Kommentieren d

Atoms For Peace im Zenith

Ha, gestern habe ich meine Bachelorarbeit abgegeben (das heißt, es gibt jetzt wieder etwas mehr von Tapefruit zu hören und bald sogar wahrscheinlich eine bahnbrechende neue Version) und um das zu feiern habe ich mir Atoms For Peace im Zenith gegönnt.

Atoms For Peace im Zenith

Trotz Zenith und teils seltsamem Publikum, das sich etwa siebzehn Sekunden nach dem Ende der Show über den letzten Tatort unterhalten konnte eine hammer Show. Erstaunlicherweise war das einzige Deutschlandkonzert am Ende doch tatsächlich nicht ganz ausverkauft - ein etwas kleineres Venue wäre also besser gewesen, zb die Muffathalle. Für die Vorband kam ich zu spät, hab mir aber sagen lassen, dass ich nichts verpasst hab, war wohl eine Ethno-Trommel Gruppe.

Ich bin ja an sich ein Fan von kleineren Konzerten wie zum Beispiel Black Lips kürzlich im Strøm - aber gestern musste ich mir dann doch eingestehen, dass man auf so einer großen Show schon mächtig Gänsehaut bekommen kann, insbesondere wenn Thom Yorke einer der Performer ist und Ingenue bis zum letzten Refrain in einer unglaublichen Akkustikversion gespielt hat - einige Leute kamen auf seinen etherischen Gesang gar nicht mehr klar und wogten nur noch mit geschlossenen Augen hin und her. Geerdet wurde das ganze dann aber doch recht drastisch von Flea, einem Mann, der zwischen Kopf und Körper offenbar statt eines Halses eine Slinky-Spirale hat.

So und abschließend noch eine kurze Ankündigung in eigener Sache: Morgen findet nun endlich unsere Kulturstrand-Party statt, ab 19:00/19:30 gehts los mit dem Tecnosaurus Rex Experimental Set. Geht ab! Tecnosaurus Rex - Kulturstrand

Matthias, n z Kommentieren d

Dan Deacon live im Feierwerk

So, gestern war Dan Deacon live im Feierwerk und ca 30 Leute haben sich das Spektakel angeschaut. Ich muss sagen, das war wohl das physisch anstrengendste Konzert, auf dem ich seit Boys Noize in Rom war.

Dan Deacon im Feierwerk

Der Künstler lässt seine Zuschauer mal als Gruppe Ausdruckstanz machen, mal teilt er das Publikum auf und lässt die Teile gegeneinander antreten. Die Show bewegt sich irgendwo zwischen Campingplatz-Animation und richtig geil. Jedenfalls bleibt man immer gefordert und verausgabt sich auch gern ein Bisschen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass mein Gespräch mit Dan Deacon nach der Show relativ kurz ausfiel.

Hey Dan Deacon, Hammer Show, ich glaube ich habe noch mehr geschwitzt als du.

So ists recht. Ich mach das ja nicht umsonst.

Du hast auf der Bühne erwähnt, dass du schon mal hier aufgetreten bist

Ja, 2008 war das, damals dachte ich, hier in München hören alle nur Ska. Jedenfalls haben ausser mir nur Ska-Bands hier gespielt.

Ich glaube, ich war damals sogar auf dem Konzert...

Keine Angst, Junge. Jeder stand irgendwann mal auf Ska. Das ist kein Problem.

Du wusstest es wahrscheinlich nicht, aber deine Videos zu True Trush und Paddling Ghost haben es bei unseren jährlichen Video Awards in die Top Ten geschafft. Was sagst du dazu?

Ach, das wusste ich doch schon längst. Ich bin einer der größten Fans dieser Seite.

Äh, Dan?

Ach Schmarrn, wie heißt die nochmal? Tapefruit? Find ich gut.

Das wars dann auch schon gewesen. War ne starke Nummer. Und hübsche T-Shirts gab es auch.

Matthias, n z Kommentieren d

Villa Aperta Festival 2012

Also was das angeht, ist uns die Grande Nation auf jeden Fall etwas voran. Das Goethe-Institut in Rom organisiert ganz nette Kinoabende (in der Regel ist eine kleinere Schaar älterer Herren anwesend).
Das Institut Français dagegen veranstaltet jährlich ein dreitägiges Festival, das verschiedenste musikalische Genres abdeckt, viele französischen Künstler dabei, aber auch internationale (letztes Jahr wahren u.a. The Shoes, eine Gesandtschaft von Kitsunè und Metronomy dabei). Dieses Jahr gab es einen Klassik, einen Rock-Pop und einen Elektro Abend - ich hab mir natürlich letzteren rausgepickt, da gab es unter anderem Kavinsky und SebastiAn zu bestaunen.

Villa Medici

Das ganze kostet dann läppische 15 Euro Eintritt, die sich schon allein lohnen, um mal einen Blick in den Garten der Renissance-Villa Medici zu werfen - Führungen für 12 Euro gibt's auf Warteliste.
Ich hab nur dummerweise den Vorverkauf verpasst und bin einfach mal auf blöd hingegangen. Am ersten Türsteher konnt ich mich vorbeimogeln, aber der zweite wollte dann ein Ticket sehen. Ich stand also etwas blöd zwischen den beiden Türen und wusst nicht, wohin mit mir - den Moment kommt eine Art Zauberfee oder so vorbei, offenbar vom Organisationsteam, und schenkt mir doch glatt ne Karte. Was fürn Dusel. Euphorie!

Den Auftakt stellte Turzi dar, hatte noch nie von ihm gehört, war live aber ziemlich stark: Ein Mann, zwei Gitarren und ein Haufen Geräte mit blinkenden Knöpfen. Kann man machen. Ziemlich genau zwischen Justice und Jean Michel Jarre.

Danach kam irgend ein eher nerviger Type, den ich einfach mal überspringe und gleich mit Kavinsky weitermache: Wenn ihr auf diese Musikrichtung steht und die Chance habt, euch den mal zu geben, dann geht hin. So einfach fällt meine Kritik aus.
Live spielt er seine eigenen Sachen deutlich heftiger, beatlastiger, schwerst tanzbar - Nightcall hätte ich gar kaum erkannt.
Ansonsten hat er querbeet durch die französische Elektronik gespielt, von Oizo bis Birdy Nam Nam. Das Publikum ging am krassesten ab, als er ein Dubstep-Intermezzo eingelegt hat - Bangarang hätte er sich allerdings sparen können.

SebastiAn war der Headliner, aber ich konnt nicht recht warm werden mit ihm. Anfangs fand ich die Show noch ganz witzig - Aufhänger: "SebastiAn for President 2012 - Weg mit Sarkozy, her mit Kompromisslosigkeit, Gewalt, Sex, SebastiAn" - dazu verstörende Visuals: Anfangs nur die Tricolore, dann französische Soldaten aus Historienfilmen.
Spätestens als dann explodierende Köpfe und Originalaufnahmen der Terroranschläge vom 11. September 2001 liefen, fand ich es langsam einfach zu geschmacklos, dazu zu tanzen.

Der Abschluss dagegen war wieder ganz witzig: man sah auf den Visuals einen Scharfschützen, der zum Schuss anlegte, zeitgleich wurde ein Laserpointer auf SebastiAn gerichtet - und mit einem letzten Knall fiel der gute mitten im Song von seinem Podest.
Interessante Showidee, aber sorry, die Visuals waren einfach viel zu radikal.

Matthias, n z 2 Kommentare d

Hunx and his Punx live im Zoro

So, selten hab ich Tapefruit so sehr gefeiert, wie letzte Woche, als ich auf dem Weg nach Hause Plakate für Hunx and his Punx gesehen hab.

Hunx And His Punx

Die Band war mir, bis der Song Lovers Lane vorgeschlagen wurde, gänzlich unbekannt und ich bin demjenigen Früchtling welchem auch sehr dankbar.
Das Konzert war dann schon am nächsten Abend und da bin ich auch hin.

Faire 6 Euro Eintritt (naja Leipzig eben, in München hat es ja doch stolze 14 Euro gekostet).
Die "Vorband" hatte ich leider verpasst, konnte aber noch einem geschätzt Mittdreissigjährigen in schwarzer Leggins, Tigerunterwäsche, rotem Top samt BH und neongrüner Perücke beim Abbauen zuschauen.

Lange hat es nicht gedauert, bis Hunx und seine Punks auf die Bühne sprangen und ich habe selten etwas so reales gesehen.
Der Ausdruck tight beschreibt die Hosen der Jungs nicht mal annähernd und von der ersten Sekunde an bestimmt Hunx, bürgerlich Seth Bogart, die Atmosphäre mit einer ganz und gar nicht latenten sexuellen Aura.
Die wird natürlich von Songs wie Private Room, Lovers Lane und Too Young To Be In Love auch noch angefeuert.

Nach ca. zehn Minuten war die Raumtemperatur denn auch auf gefühlte 100 Grad gestiegen und die Nebelmaschine wurde bis zum Anschlag aufgedreht.

Was auf den Platten schon gut klingt, wurde live dann noch mal getoppt: härtere Gitarren und die zuckersüsse Stimme von Hunx ergeben eine spannende Dynamik zwischen Melancholie, Naivität und Lebensfreude bei der man nur schwer still stehen kann.

Um die Zugabe musste das Publikum regelrecht flehen, Bogart meinte dazu nur, seine Band bestehe eben nur aus echten Divas.
Wenn man dafür so ein Konzert bekommt, kann man sich damit allerdings leicht abfinden.

Ca$h-Mann¥, n z Kommentieren d

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