15 Jahre Gomma - neue Compilation Pop Futuro out now

Gomma, nach wie vor eines der innovativsten Elektronik-Labels aus Deutschland, feiert 15. Geburtstag. Label-Gründer und -Kopf Mathias "Munk" Modica (den wir 2011 interviewt haben - auch schon wieder 4 Jahre her...) hat zum Jubiläum eine Compilation mit 13 heißen Tracks von alten Bekannten, langjährigen Wegbegleitern und neuen Gesichtern zusammengestellt.

15 Jahre Gomma - neue Compilation Pop Futuro out now

Pop Futuro heißt die Pladde, sie kann bei Gomma angehört oder bei Beatport erworben werden. Wer bei Genuß der Platte die Füße ruhig halten kann, hat entweder was auf den Ohren oder ein motorisches Problem - die 13 elektronisch produzierten Nummern zwischen Pop und Disko machen ordentlich Laune.

Im Schnelldurchlauf: Die Newcomer Junior & Baumon, eine Koop aus Schweiz, Deutschland und USA, liefern den ersten Song Don't Listen Much, Rhodes treffen auf Four-To-The-Floor und schöne Vocals. Hinter The Deadstock 33s steckt der englische DJ und Produzent Justin Robertson - der Track Underneath The Pines gibt ziemlich Gas, die Synth-Spur ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Mit On My Own der schwedisch-deutschen Hotlane schaltet die Compilation wieder einen Gang runter, verträumt-melancholische Vocals über treibendem Beat. Schön. Nick McCarthy kennen die meisten in erster Linie als Gitarristen von Franz Ferdinand - unter dem Pseudonym Box Codax rearrangiert er zusammen mit Metronomy deren Song Naked Smile im Dreivierteltakt.

Darauf folgt mit Darkest Night eine fröhliche Dance-Nummer mit Xylophonklängen von Moullinex aus Portugal und Candlelight von Mercury feat. Robert Owens - eine House-Ballade mit warmem Beat. Natürlich darf der Arrangeur selbst nicht fehlen: Munk feat. Lizzie Paige (München + Wahl-Berlin|gebürtig Austin/TX) steuern Deceiver, einen meiner Favoriten vom aktuellen Munk-Album Chanson 3000 bei. Ein Basslastiger Loop mit knackigem Beat und eine zuckersüße Stimme. Mehr brauchts nicht.

Nochmal The Deadstock 33s, diesmal in Begleitung von Daniel Avery - ein Brett von Track mit fettem Bass-Synth. Es schließt sich eine funky Diskonummer an - wie zu erwarten, wenn die Briten Hot Chip die Dänen WhoMadeWho covern.

Hier wechseln wir mit The Barking Dogs & Marcelo Burlon ins Stammland Munks, nach Italien: Die Dogs stammen aus Mailand, dort lebt auch Burlon, der den spanischen Text für Mamarracho aus seinem Geburtsland Argentinien mitgebracht haben dürfte. Nancy Whang & Bonar Bradberry covern virtuos Donna Summers Disko-Hit Working the Midnight Shift - wenn man das so macht, kann man das machen.

Daniel Averys Remix von Munks Kitchen Call gehört zu meinen Lieblingen auf der Compilation - der hypnotische Song mit den schwurbeligen Vocoder-Lyrics hätte sich auf dem Soundtrack zu Drive nicht unwohl gefühlt, denk ich. Den Abschluss dürfen drei Italiener besorgen: Esperanza feat. Banjo Or Freak Out beginnt mit Akkkustikgitarre, es folgt ein spartanisch eingerichteter, langsamer Beat und ephemere Vocals. Der warme Bass setzt vergleichsweise spät ein - dann stürzt das ganze in einen von Synths gefüllten Break zusammen, nur um gleich wieder in voller Blüte aufzuerstehen. Gleich noch ein Favorit auf der Compilation.

Spitzen-Compilation. Spitzen-Label. Wenns in fünfzehn Jahren wieder so ein Geschenk zum Jubiläum gibt, dann weiß ich schon, worauf ich mich freuen kann.

Matthias Schmidt, n z Kommentieren d

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Dan Mangan & Blacksmith und Cristobal and the Sea live im Strom

Auf die Bookings von target ist nach wie vor Verlass: Morgen (16.04.2015) holt die Konzertagentur die schönen Däninnen von Darkness Falls in die Milla, erst gestern (14.04.2015) hatten sie die City Slang Gewächse Dan Mangan & Blacksmith sowie Cristobal and the Sea ins Strom geladen. Wir haben uns das angeschaut:

Dan Mangan & Blacksmith und Cristobal and the Sea live im Strom

Dan Mangan (r.) und Blacksmith-Bassist Johnny Wah

Dan Mangan & Blacksmith

Fangen wir doch mit dem Herrn Mangan und seinen Hufschmieden an: Fünf durch-und-durch Kanadier, davon jedoch nur einer zeitweise in kariertem Flanell, bringen Akkustik- und Semiakkustikgitarren, Bass, ein überraschend kleines Schlagzeug und eine Trompete auf die Bühne. Schnell wird klar, dass das keine Anfänger sind:

Gitarrist Gordon Grdina, ergrauendem Haars, holt per Cellobogen und String-Synth-Pedal erstaunlich authentische Streicher auf die Bühne, schrammelt aber auch derartige Solos runter, dass die eine oder andere Saite dran glauben musste - dabei stets eine Prise Ironie auf den Lippen - sehr sympathisch.

Trompeter JP Carter, wirren Haars, beherrscht nicht nur sein pianissimo erstaunlich, sondern nebenbei auch eine ganze Batterie an Effektgeräten, mit denen er seinen Sound verändert. Wer Trompete spielt hat schließlich eine Hand frei. Johnny Wah am Bass wirkt routiniert und abgebrüht - zwischen zwei komplexen Riffs bleibt da schon mal eine Viertelsekunde um Dan Mangans sich lösenden Gitarren-Strap festzuzurren.

Drummer Kenton Loewen war leider die meiste Zeit hinter einer dichten Nebelwand verborgen, durfte aber mit einem knapp zehnminütigen Schlagzeugsolo auftrumpfen. Dan Mangan braucht gleich zwei Mikrofone um seine stimmliche Bandbreite einzufangen und gibt Nachhilfe im Kanadisch-sein: "What everyone else calls a beanie, in Canada we call a toque [sprich tewk] - so if you wanna take part in something very Canadian, get yourself a toque!"

Wer auf einen Gastauftritt von Dave Grohl, der Gitarre und Vocals zu Vessel vom aktuellen Dan Mangan & Blacksmith-Album Club Meds (für mich eines DER Alben 2015 bisher) lieferte, tat das zwar vergeblich (irgendwie zu erwarten), kam jedoch sicherlich trotzdem voll auf seine Kosten.

Dan Mangan & Blacksmith und Cristobal and the Sea live im Strom

Grande Finale: Dan Mangan & Blacksmith mit Cristobal and the Sea

Cristobal and the Sea

Die Vorband Cristobal and the Sea möchte ich aber auch nicht unerwähnt lassen. Sänger und Portugiese Joao Seixas, Querflötistin und Französin Leila Seguin, Bassist und Spanier Ale Romero sowie Schlagzeuger und Brite Joshua Oldershaw haben sich im Südwesten Londons getroffen - ihre bunte Herkunft mag den Sound erklären:

Hier finden sich 70s-Folkanklänge a la Crosby, Stills, Nash & Young, gemischt mit lateinamerikanischen BossaNova-Dada-Lyrics und Afro-Beats, die einen Touch Vampire Weekend mitbringen - gesungen wird dazu auf Portugiesisch, Spanisch und Englisch (vielleicht habe ich das Französische auch einfach überhört, man mag mir das ggf. verzeihen)

Wer die Chance hat, die Tour noch zu besuchen, dem sei dieses Verhalten aufs Wärmste ans Herz gelegt. Termine in Dresden, Berlin, Hamburg, Bremen und Heidelberg stehen noch bevor, dann geht es weiter nach BeNeLux, Frankreich, UK, USA und Kanada.

Matthias Schmidt, n z Kommentieren d

Dry The River - Alarms In The Heart + Live im Strom

Dry The River - Alarms In The Heart + Live im Strom

Dry The River touren durch Deutschland und präsentieren ihr zweites Album Alarms in the Heart. Auch das Tapefruit Team kann sich diesen Mittwoch, 15.04.15, im Strom in München auf die vier Künstler vis á vis freuen!

Das Quartett aus England kann einem nur sympathisch werden, denn schließlich haben sie ihr eigenes Lokal Bier Mammoth gebraut. Von dem kann man zwar derzeit nichts mehr genießen, aber dafür gibt es hier noch Konzertkarten für 17,70€. Einlass 20.30, Beginn 21.30.

Besonders das Debutalbum Shallow Beds (2012) ist für mich jetzt schon seit Jahren der perfekte Begleiter für's Auto, da lassen sich sogar ätzende Mitautofahrer oder sonstige Übel hervorragend vergessen. Meine Favouriten sind New Ceremony und No Rest, dessen Video man glatt mal ausprobieren müsste?

Dry The River - Alarms In The Heart + Live im Strom

Beim aktuellen Dry The River-Album Alarms in the Heart (2014) fehlt zwar die Violine von William Harveyder, doch bleibt der Sound der Band durch den norwegischen Singer/Songwriter Peter Lidell unfehlbar. Neben ihm mischen noch Drummer Jon Warren, sowie Multiinstrumentalisten Matthew Taylor und Scott Miller - allesamt Briten - den individuellen Sound aus Folk und Indie zusammen.

Sehr zu empfehlen vom neuen Album sind die Songs Hidden Hand und Everlasting Light.

Wer es nicht zum Konzert von Dry The River schafft, kann von zu Hause ihren Live-Mitschnitt zu Boote durch Amsterdams Grachten genießen.

Da ein Konzert die Woche aber nicht reicht, beehren wir das Strom gleich zweimal diese Woche: Am Dienstag, 14.04.15, geht's erstmal zu Dan Mangan & Blacksmith und Cristobal & The Sea. Ein Ticket für 18,80€ legen wir euch sehr ans Herz!

Welch schöne Woche!

Victoria Männel, n z Kommentieren d