60+ Unreleased Aphex Twin Tracks

In den letzten Tagen sind auf der Soundcloud-Page des mysteriösen user48736353001 dutzende Tracks aufgetaucht, die wohl aus der Feder von Aphex Twin stammen.

60+ Unreleased Aphex Twin Tracks

Ob hinter dem Account nun Richard D. James aka. Aphex Twin selbst steckt, oder ob es ein Leck gibt, ist dabei noch nicht endgültig geklärt. Es sähe dem leicht verschrobenen Künstler allerdings nicht unähnlich, seine Identität hinter einem anonymen Soundcloud-Account zu verstecken. Philip Sherburne legt auf Pitchfork in einem länglichen Artikel dar, warum das wahrscheinlich der Fall ist.

Hier jedenfalls die Playlist, die über die letzten Wochen in Häppchen online gestreut wurde:

Es ist zu erwarten, dass auf diesem Account noch mehr bis dato unveröffentlichte Musik folgt [Edit: während ich diesen Artikel geschrieben habe, ist die Zahl der Songs auf dem Account von 68 auf 74 gestiegen].

Das Timing jedenfalls spricht in meinen Augen ganz klar für die Authentizität der Tracks. Nachdem man bis zu seinem völlig unerwarteten Release Syro (2014) seit knapp 13 Jahren nichts mehr von Aphex Twin gehört hatte, gab er erst vor wenigen Tagen auf Twitter den Release der Computer Controlled Acoustic Instruments Pt2 EP bekannt - einer experimentellen Platte, die komplett mit Musikrobotern und klassischen Instrumenten aufgenommen wurde und die bei WARP zum Probehören bereitsteht.

Matthias Schmidt, n z Kommentieren d

Misunderstood Bob Marley

Misunderstood Bob Marley

"Koa Oide, koa Gschrei", "No Wummen, no cry" – liegt hier ein Missverständnis vor? Die Original-Textzeile aus No Woman No Cry will nicht bedeuten, dass es ohne Frauen keine Tränen gibt.

Sie sagt keinen logischen Zusammenhang aus, sondern ist eine Anrede und Aufforderung: Nein, Frau, weine nicht!

"Good friends we have, good friends we've lost
Along the way.
In this great future, you can't forget your past
So dry your tears, I say.
No, woman, no cry,
No, woman, no cry.
'Ere, little darlin', don't shed no tears, No, woman, no cry."

Viel freundlicher, hm?

Thomas Schamann, n z 1 Kommentar d

Mach mit bei Tapefruit.com

Tapefruit braucht Dich auf der Suche nach der besten Musik!
Registriere dich jetzt, schlage wöchentlich Songs vor, stimme ab und genieße unsere Tapefruit-Playlist!

Besuch uns auch bei Facebook und Twitter!

Mehr Infos über Tapefruit findest du hier!

Chilly Gonzales im Guardian

Chilly Gonzales ist längst nicht mehr nur für seine Musik bekannt, ob nun solo, als Collaborator mit Daft Punk oder gemeinsam mit Boys Noize als Octave Minds. Nein, der Mann mit dem Schlaftzimmerblick und dem Faible für Halstücher ist nun auch unter die Kritiker gegangen. Und das, wie ich meine, mit Bravour.

Chilly Gonzales im Guardian

Chilly Gonzales beklagt den Tod der Akkordfolge. Foto: Alexandre Isard

Sein Artikel "Chilly Gonzales on musical tropes in 2014: when the chord progression died", der im Dezember vergangenen Jahres beim Guardian erschien, hat bei mir einen Nerv getroffen - Gonzales beschreibt hier auf leicht nachvollziehbare Art und Weise den Grund, aus dem ich die ganz große Popmusik unseres Jahrzehnts nicht verstehe:

"Remember the goosebumps you got when listening to Something by the Beatles? When the guitar answers George’s “You know I believe her now” with some harmonic sleight-of-hand? [...] That’s the sophisticated substitution of minor for major. These emotional bait-and-switches sound positively quaint and old-fashioned today.
The twists and turns of clever harmony have been replaced by sound."
- Chilly Gonzales

Den Artikel finde ich nicht zuletzt deswegen sehr lesenswert (hier nochmal der Link), weil er dabei sachlich-empirisch bleibt statt der Versuchung zu erliegen, zu einem Pamphlet der Anklage zu werden. Das hätte durchaus auch einen schönen Artikel geben können, à la "das ist doch alles Schrott, was die da machen!" - für einen Moment dachte ich denn auch, der Text drehe in diese Richtung:

"Music based on such broad strokes [...] sounds great out of a laptop speaker." - Chilly Gonzales

Aber selbst dieser Satz, der auf den ersten Blick ganz klar negativ auf mich wirkte, entpuppt sich näher bedacht als reine Observation der heutigen Zeit: Viele junge Leute haben keine große Anlage zuhause, hören dafür umso mehr Musik unterwegs, auf dem Handy oder Laptop. Statt auf die Unterkomplexität heutiger Mainstream-Musik zu schimpfen, beobachtet Gonzales schlicht, dass diese den Zeitgeist bedient und obendrein zu einem ganz natürlichen Prozess in der Musikgeschichte gehört:

"I think music is always pushing forward toward the essential – the history of music is largely a process of reduction, and it is a beautiful process to observe." - Chilly Gonzales

Das Urteil bleibt damit dem Leser überlassen - ist die heutige Popmusik zu banal für mich oder bin ich einfach zu altmodisch für diese Musik?

Ich für meinen Teil bin sehr froh, dass es sie noch gibt, die "alte", etwas komplexere Musik, die von der Platte noch besser klingt als von der mp3. Und ich zelebriere das nun, indem ich eine solche höre.

Chapeau!

Matthias Schmidt, n z Kommentieren d