MINE * Milla * Strom * Verlosung

MINE, mit bürgerlichem Namen Jasmin Stocker, ist scheinbar immer auf Achse. Die Mainzerin mit Wurzeln im schwäbischen und einem Bachelor in Jazzgesang reist seit zwei Jahren fast ohne Unterbrechung durch die Republik und gibt auf Konzerten von München bis Hamburg ihren besoneren Sound, im Zentrum als Singer-Songwriterin, die aber die Genres Jazz, Folk und HipHop ebenso im Blut hat (ja, das ist MINE im Sammy Deluxe-Track Offenes Herz).

MINE * Milla * Strom * Verlosung

MINE | Foto © Simon Hegenberg

Ihre sehr persönlichen, nachdenklichen Texte erzählen von ihr selbst und ihrer Sicht auf die Welt, zu ihrer großartigen Stimme gesellen sich zumeist eher unaufdringliche Instrumente, oft akkustischer Natur und in eher kleiner Besetzung (Klavier, Gitarre, Cajon oder Jazz-Schlagzeug), aber auch mit einem ganzen Orchester hat MINE, die ihre letzte längere Songwritingphase per Crowdfunding finanziert hat, schon zusammengearbeitet.

Nächsten Sonntag, den 24.05.2015, kommt MINE auf Einladung des Milla-Bookings ins Strom. Unterstützt wird sie an dem Abend von Haller - als zusätzlicher special guest ist Fatoni angekündigt, mit dem MINE vergangenes Jahr einen gemeinsamen Track veröffentlichte. Noch gibt es Tickets für rund 20€ zu erwerben - oder man lässt es auf ein Bisschen Glück ankommen: Tapefruit verlost unter allen Kommentatoren zu diesem Beitrag 2x2 Tickets - also ran an die Tasten, nennt uns eure Lieblings-Songs von MINE!

Die Gewinner werden am Vorabend des Konzerts ausgelost und per E-Mail benachrichtigt. Viel Glück!

Matthias Schmidt, n z 1 Kommentar d

Mach mit bei Tapefruit.com

Tapefruit braucht Dich auf der Suche nach der besten Musik!
Registriere dich jetzt, schlage wöchentlich Songs vor, stimme ab und genieße unsere Tapefruit-Playlist!

Besuch uns auch bei Facebook und Twitter!

Mehr Infos über Tapefruit findest du hier!

Blur - The Magic Whip

Blur - The Magic Whip

Ich habe mir extra viel Zeit gelassen, das neue Blur-Album The Magic Whip auf mich wirken zu lassen. Mein anfängliches Gefühl, dass es sich um ein großartiges Album handle, sei trügerisch, dachte ich: Diese Studie belegt, dass man ab einem gewissen Alter immer weniger neue Musik goutiert und früher oder später zu alten Gewohnheiten zurückkehrt. In meinem Falle wäre das wohl Blur: Im zarten Alter von neun Jahren kaufte ich mir, angeregt durch exzessives FIFA '98 Zocken, das Best Of Blur, meine allererste CD.

Man muss mir also wohl tatsächlich eine Gewisse Voreingenommenheit unterstellen - deshalb hab ich mich bemüht extra genau hinzuhören. Hier kommt meine Einschätzung zu The Magic Whip:

Blur - The Magic Whip

Größte Weirdness

Der "Easy Listening"-Ausflug, als den ich den Song Ghost Ship sehe, ist eine große Seltsamkeit. Da s Ding bewegt sich irgendwo zwischen Laid Back und The Whitest Boy Alive. Klingt komisch. Ist auch so.

Größtes Manko

Ich bin ja überhaupt kein großer Fan von übertriebenen PR-Kampagnen. Bestes Beispiel dafür lieferten Daft Punk, deren letztes Album - so gut es meinetwegen auch gewesen sein mag - unter der Last des mit massivster PR aufgebauten Erwartungsdrucks schließlich ziemlich blass daherkam.

Blur setzen da tendenziell noch einen drauf. Seit Jahren gibt es Reunion-Gerüchte und spärlich gesäte Überraschungs-Gigs in obskuren Schottischen Pubs, bei denen einzelne Songs gespielt werden...

Nun, die Doku zur Entstehung von The Magic Whip ist recht unterhaltsam und gibt Einblicke in das Bandleben von Blur - aber muss die aktuelle Single tatsächlich zwischen Ariana Grande und Drake im Mc Donald's Musik-TV platziert werden? Haben wir das noch nötig, Blur? Und muss wirklich eigens eine Eiskrem [sic!] kreiert werden, um dem eher [typisch Albarn-] albernen Song Ice Cream Man Rechnung zu tragen?

Weiß nicht. Find ich over the top.

Größte Überraschung

The robot had an LCD, but noone to rely on.

Dieser Satz fasst alle Lyrics aller Projekte und Nebenprojekte von Damon Albarn knapp zusammen. Jedes einzelne der Worte taucht auf jedem der Alben bisher mindestens einmal auf. Dafür stehe ich mit meinem Namen.

Jetzt ist dieses ungeschriebene Gesetz gebrochen! Auf The Magic Whip taucht kein robot auf (lediglich ein Spaceman in Thought I Was A Spaceman, ich denke, der zählt halb...) und: kein LCD (nur ein schnöder screen, ganz schwacher Trost). Das war ein großer Schock für mich. Habe ihn noch nicht ganz verwunden.

Immerhin noone to rely on taucht auf. Ich bin schon fast wieder versöhnt.

Fazit

The Magic Whip ist eine Platte wie die Karriere von Blur: Los geht es mit einem Britpop-Feuerwerk (Lonsome Street hätte meiner Meinung nach auch vom Album Parklife stammen können). Es folgen Songs, die eher nach dem letzten Album klingen, sowie Ausflüge in verschiedene Musikrichtungen, vor allem Damon Albarns (Gorillaz, The Good, The Bad and The Queen, diverse Solo-Projekte) - zuletzt wird es ruhiger [um die Band wie auf dem Album].

Einmal hatten sie den Albarn, der manchmal gewisse Züge eines zweiten Bono annimmt, nicht am kurzen Zügel: in There Are Too Many Of Us reckt er mahnend den Zeigefinger. Aufgemerkt! Ansonsten bleiben die Lyrics eher harmlos (wenn man von meinen wegen Ausbleibens neuralgischer Stichwörter verletzten Gefühlen absieht).

Alles in Allem muss man sagen: Man bemerkt, dass hier jede Menge Kohle dahintersteckt (man könnte sagen: Ein Haufen Mittvierziger hat die Gelddruckmaschine wieder angeworfen) - aber eben auch eine gehörige Portion Können und Herzblut. Let's face it: Mein erster Eindruck war nicht ganz verkehrt. The Magic Whip hat seine Höhen und Tiefen. Es ist vermutlich nicht das beste Werk von Blur. Aber es ist für mich doch eines der besten Alben des bisherigen Jahres.

Matthias Schmidt, n z Kommentieren d