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Die Liste der Gewinner

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  1. Dj Shadow - Right ThingDj Shadow  - Right Thing
  2. Pulsallama - The Devil Lives In My Husband's BodyPulsallama  - The Devil Lives In My Husband's Body
  3. Haruomi Hosono - CaravanHaruomi Hosono - Caravan
  4. Tim Buckley - Driftin'Tim Buckley  - Driftin'
  5. Michael Hurley - Animal Song (If I Could Ramble Like A Hound)Michael Hurley - Animal Song (If I Could Ramble Like A Hound)
  6. The Limiñanas - Istanbul Is SleepyThe Limiñanas - Istanbul Is Sleepy
  7. Yardbirds - All The Pretty Little Horses (Hushabye)Yardbirds - All The Pretty Little Horses (Hushabye)
  8. Courtney Barnett & Kurt Vile - Over EverythingCourtney Barnett & Kurt Vile - Over Everything

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Bam Bam feat. g.rag & Micha Acher

Wie versprochen, hier ein halbstündiger Ausschnitt unseres letzten Kneipenkonzerts mit dem großartigen Bam Bam Clan: Benny Hofer am Bam Bam, dem mechanischen Sequenzer, g.rag an Gitarre und Akkuschrauber, Micha Acher an Synth und Sousaphon.


Der folgende Artikel erschien erstmals in Tapefruit Print №2


Bam Bam - The Mechanical Sequencer

"Wenn du für 5€ was essen gehen kannst, wieso kochst du dann noch selbst?", "Gibt doch gute Schals zu kaufen, wozu also selbst stricken?" oder "Ein Kasten Oettinger kostet 8€, wieso braust du dann selbst?"

Mindestens eine dieser Fragen haben doch die Meisten von uns schon gehört. Die folgende Frage hingegen wird nur einer sehr erlesenen Schar Menschen gestellt: "Wenn du dir für ein paar hundert Euro (oder durch Piraterie) tip-top Musik-Software holen kannst, wozu baust du dir dann einen mechanischen Sequenzer aus einem Elektromotor, einem Stahlrohr, präzisionsgefrästen Manschetten, diversen Trommeln, Becken und Schlagwerk?"

Bam Bam feat. g.rag & Micha Acher

Eine der weltweit vermutlich nicht mehr als zwei oder drei Personen, die diese Frage schon mal gehört haben dürften, ist Benny Hofer. Der Münchner Polsterer hat genau das gemacht - er hat sich einen mechanischen Sequenzer namens Bam Bam gebaut - und seine saloppe Antwort auf die Frage lautet: "Ich wühle eben nicht gern in diesen Displays rum." Die längere Antwort wäre wohl: Ja, Dinge selbst machen ist aufwändig. Es kostet Geld, Zeit und Nerven. Aber wenn man dran bleibt, sich durchbeißt und nicht aufgibt, dann kann man auf diesem Weg, der im Übrigen bereits Teil des Ziels ist, etwas ebenso einzig- wie großartiges schaffen.

Einzig- und großartig ist Bam Bam allemal: Wenn ich mir die schlichte und doch hypnotische Schönheit dieser Maschine so ansehe, dann möchte ich mich verneigen vor solcher Ingeniosität - hätten Jean Tinguely, Neil Peart, Dave Smith und Ikutaro Kakehashi jemals ein gemeinsames Projekt realisiert, es hätte kaum eleganter werden können.

Seit mehreren Jahren baut Benny Hofer in seiner Werkstatt im Westend an Bam Bam - inzwischen beherrscht der Sequenzer nicht nur Snare, Tom Toms, Hi-Hat und Co. sondern triggert direkt und via MIDI-Clock auch noch mehrere Synthesizer.

Den Versuch zu unternehmen, dieses Gerät mit Worten zu beschreiben ist im Grunde genommen Irrsinn - das wird Bam Bam nicht gerecht - diese Maschine muss man hören, sehen, beobachten, mit eigenen Augen studieren. Nichts desto trotz, hier mein Versuch: Das Herzstück des Sequenzers ist ein rotierendes Stahlrohr, dessen verstellbare Rotationsgeschwindigkeit das Tempo vorgibt.

Entlang dieses Rohrs sind bewegliche Manschetten mit jeweils 16 Potis montiert und korrespondierend zu jeder dieser Manschetten ein Instrument sowie ein Drumstick, der es beackert. Durch geschickte Positionierung der jeweiligen Potis bestimmt Benny, wie oft pro Umdrehung und in welchem Rhythmus jedes einzelne Percussionelement getriggert wird.

Bam Bam feat. g.rag & Micha Acher

Klingt kompliziert? Ist es auch. Sieht aber spielerisch aus: Man sieht es Benny Hofer an, dass er sich an Bam Bams 320 Potis wohler fühlt, als an einem kühl erleuchteten Display.

Bam Bam kann nichts abspeichern, es gibt weder Strg+C noch Strg+V noch Strg+Z, Benny macht keine Notizen zu seinen Beats - das Alles ist nicht Teil des Plans. Für ihn gibt es überhaupt keine Frage: Bam Bam wird impro gespielt, jede Performance ist ein Unikat, vor einer Show wissen nicht einmal die Künstler selbst, was auf sie zukommt. "Manchmal trete ich alleine auf - schöner find ich's, wenn ich Begleitung habe" - und die hat Benny wahrhaft gefunden: der Bam Bam Clan, ein wechselndes Aggregat von Musikern, das sich für Jams und Auftritte um den mechanischen Sequenzer schart, zählt einige hochkarätige Mitglieder.

Beim Tapefruit Kneipenkonzert im Vereinsheim am 15.01.2016 wurden Benny Hofer & Bam Bam von Andreas Stäbler aka. G. Rag (Gutfeeling) an der Gitarre sowie Micha Acher (The Notwist) an Sousaphon und Synth begleitet.

"Bam Bam ist ein Live-Instrument zum anschauen", sagt Benny Hofer und hat damit vermutlich recht.

Das Ganze hat nur einen Wermutstropfen: Es gibt keine Pläne für einen Bam Bam -Tonträger.

Bam Bam @ Internet
Bam Bam @ Facebook
Bam Bam @ Soundcloud


Dieser Artikel erschien erstmals in Tapefruit Print №2


Matthias Schmidt

Autor: Matthias Schmidt

mazzekazze@tapefruit.com
Chefredaktion | Booking | Entwicklung

Gründer von Tapefruit. Architekt und Hausbrauer. Betreibt Tapefruit seit 2009 als Chefredakteur, Booker und Program­mierer.

Doktert ansonsten unter dem Pseudonym sigtrygg an verschiedenartiger Musikelektronik herum.



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