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Vorschläge für nächste Woche

Jede Woche kannst Du einen Song deiner Wahl für die endlose Tapefruit Playlist vorschlagen.

Zwischenstand dieser Woche

Jeden Tag kannst Du für Deinen Lieblings­song stimmen, indem du auf das jeweilige Herz klickst.

  1. Ceremony - SilhouetteCeremony - Silhouette
  2. Juan Trip - ON THE WAYJuan Trip - ON THE WAY
  3. Tash Sultana - JungleTash Sultana - Jungle

Die Liste der Gewinner

Jeden Sonntag ermitteln wir das Ergebnis und der Gewinner wird zur endlosen Playlist hinzugefügt.
Auch du kannst dabei mitmachen: Einfach hier registrieren.

  1. Camille Saint-Saëns - The Swan ( Le Cygne )Camille Saint-Saëns - The Swan ( Le Cygne )
  2. Karmon - BlueskyKarmon - Bluesky
  3. Moderat - Rusty NailsModerat - Rusty Nails

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Chilly Gonzales im Guardian

Chilly Gonzales ist längst nicht mehr nur für seine Musik bekannt, ob nun solo, als Collaborator mit Daft Punk oder gemeinsam mit Boys Noize als Octave Minds. Nein, der Mann mit dem Schlaftzimmerblick und dem Faible für Halstücher ist nun auch unter die Kritiker gegangen. Und das, wie ich meine, mit Bravour.

Chilly Gonzales im Guardian

Chilly Gonzales beklagt den Tod der Akkordfolge. Foto: Alexandre Isard

Sein Artikel "Chilly Gonzales on musical tropes in 2014: when the chord progression died", der im Dezember vergangenen Jahres beim Guardian erschien, hat bei mir einen Nerv getroffen - Gonzales beschreibt hier auf leicht nachvollziehbare Art und Weise den Grund, aus dem ich die ganz große Popmusik unseres Jahrzehnts nicht verstehe:

"Remember the goosebumps you got when listening to Something by the Beatles? When the guitar answers George’s “You know I believe her now” with some harmonic sleight-of-hand? [...] That’s the sophisticated substitution of minor for major. These emotional bait-and-switches sound positively quaint and old-fashioned today.
The twists and turns of clever harmony have been replaced by sound."
- Chilly Gonzales

Den Artikel finde ich nicht zuletzt deswegen sehr lesenswert (hier nochmal der Link), weil er dabei sachlich-empirisch bleibt statt der Versuchung zu erliegen, zu einem Pamphlet der Anklage zu werden. Das hätte durchaus auch einen schönen Artikel geben können, à la "das ist doch alles Schrott, was die da machen!" - für einen Moment dachte ich denn auch, der Text drehe in diese Richtung:

"Music based on such broad strokes [...] sounds great out of a laptop speaker." - Chilly Gonzales

Aber selbst dieser Satz, der auf den ersten Blick ganz klar negativ auf mich wirkte, entpuppt sich näher bedacht als reine Observation der heutigen Zeit: Viele junge Leute haben keine große Anlage zuhause, hören dafür umso mehr Musik unterwegs, auf dem Handy oder Laptop. Statt auf die Unterkomplexität heutiger Mainstream-Musik zu schimpfen, beobachtet Gonzales schlicht, dass diese den Zeitgeist bedient und obendrein zu einem ganz natürlichen Prozess in der Musikgeschichte gehört:

"I think music is always pushing forward toward the essential – the history of music is largely a process of reduction, and it is a beautiful process to observe." - Chilly Gonzales

Das Urteil bleibt damit dem Leser überlassen - ist die heutige Popmusik zu banal für mich oder bin ich einfach zu altmodisch für diese Musik?

Ich für meinen Teil bin sehr froh, dass es sie noch gibt, die "alte", etwas komplexere Musik, die von der Platte noch besser klingt als von der mp3. Und ich zelebriere das nun, indem ich eine solche höre.

Chapeau!

Matthias Schmidt

Autor: Matthias Schmidt

mazzekazze@tapefruit.com
Chefredaktion | Booking | Entwicklung

Gründer von Tapefruit. Architekt und Hausbrauer. Betreibt Tapefruit seit 2009 als Chefredakteur, Booker und Program­mierer.

Doktert ansonsten unter dem Pseudonym sigtrygg an verschiedenartiger Musikelektronik herum.



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