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  1. Max Romeo - Chase The DevilMax Romeo  - Chase The Devil
  2. Okkervil River - Days Spent FloatingOkkervil River - Days Spent Floating
  3. Dj Shadow - Right ThingDj Shadow  - Right Thing
  4. Pulsallama - The Devil Lives In My Husband's BodyPulsallama  - The Devil Lives In My Husband's Body
  5. Haruomi Hosono - CaravanHaruomi Hosono - Caravan
  6. Tim Buckley - Driftin'Tim Buckley  - Driftin'
  7. Michael Hurley - Animal Song (If I Could Ramble Like A Hound)Michael Hurley - Animal Song (If I Could Ramble Like A Hound)
  8. The Limiñanas - Istanbul Is SleepyThe Limiñanas - Istanbul Is Sleepy

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Digitalism - I Love You Dude

Digitalism I Love You Dude Album Cover 2011

Bevor der Artikel losgeht: Sorry, dass er so lang geworden ist, ich konnte mich irgendwann nicht mehr beherrschen. Lest ihn doch trotzdem, Downloads und Grossartigkeit warten!

Mitte des Jahres 2007, mein Zimmer, meine Boxen und ich: Künstliche Snare, brachial-Bass, brummende-Sägzahn-Line, Lyrics: You, Me, Magnets. Ich war sofort verzaubert und hoffnungslos verliebt in die Heroen, die hinter dem Album Idealism stehen. Die Rede ist natürlich von Jens "Jence" Moelle und "Isi" Tüfekçi, die beiden Köpfe von Digitalism. Meine Fresse, die nächsten Tracks waren genauso gut. Idealism, der all-time Sommerhit Pogo, Echoes (mit diesem genialen Remix Sirusmo), Zdarlight... bevor ich jetzt aber alle Tracks des Debutalbums aufzähle, bringe ich lieber den eigentlichen Grund dieses Artikels: I Love You Dude, das zweite Album, ist als Download erschienen. Puh! Und in drei Tagen gibt's den CD-Release. Ich flippe gerade aus und höre schon mal den Track Stratosphere, den ersten Track.

Ich habe eine extrem grosse Erwartungshaltung gegenüber diesem Album, an dessen Erscheinung ich schon lange nicht mehr geglaubt habe. Digitalism's stampfende Beats, welche mit vibrierenden Baselines unterlegt werden und letzlich die Bahn für wunderschöne, melodische Flächen, Synthie-Keyboard Rhythmen oder eingehende Lyrics freimachen sind eine Klasse für sich. Denn trotz der wenigen Elemente wirkt die Musik nie zu simpel, sondern gerade wegen der Einfachheit so unglaublich vitalisierend.

Digitalism Set DJ Stratosphere ist erlösend. Wieder so etwas von hörbar. Für alle, die wie ich die Deadmau5 mögen, Boys Noize lieben und Siriusmo verehren. Alles was ich will: Verträumte Flächen und ein bombastischen Druck mit Basslines nach dem Break. Und holy Shit, Trompeten am Ende. Meine Tränensäcke platzen gleich.

Der letzte Release, Blitz (welcher auch auf dem neuen Album und auf Tapefruit vorhanden ist), liegt schon länger zurück und war auch schon hier auf Tapefruit vertreten. Die erste eigenstehende Veröffentlichung nach dem ersten Album war Taken Away. Mehr nicht! Was hier sofort auffiel, war die sehr viel melodischere und weichere Aufmachung. Sehr viel längere Teile der Songs bestehen aus noch minimalistischer gestalteten synthielastigen Elementen. Als 2 Hearts, die neue MELT-Hymne vor ein paar Monaten erschien liess sich dieser Trend bestätigen. Fast schon kitschig hören sich die Lyrics und der unaufdringliche Beat an. Ich hoffe allerdings dennoch inständig, dass es wieder richtig extreme Tracks à la Homezone, die einen Club zum Explodieren bringen können.

Circles tut das nicht unbedingt. Zumindest im Vergleich zum ersten Album, das man zum vollen Genuss wirklich im Club hören musste. Hier sind die wie immer sehr hoch gesungenen Lyrics, das schnelle Tempo und die romantischen Synthies von Taken Away vorhanden.

Dasselbe gilt für Forrest Gump, ein Track der zusammen mit Julian Casablanca von den Strokes komponiert wurde (gesungen wird er jedoch nicht von Casablanca). Wunderschöner Elektropop, der jedoch nie langweilig wirkt und tolle Gitarrensounds hervorbringt, in Verbindung mit eingehenden Lyrics. Dennoch vermisse ich den reinen, drückenden Elektro den man von diesem Duo eher erwartet. Aber ich glaube, dass selbst ohne die rücksichtslose Härte der alten Tracks diese poppigen Varianten mehr als genug Schwung in eine Crowd bringen, vielleicht jedoch ein Publikum, das mehr Indie gegenüber Techno grundsätzlich bevorzugt. Auch besteht die Gefahr, dass diese Songs etwas in der erdrückenden Masse von elektronischer Musik mit Pop-Elementen untergehen. Trotzdem sind alle Tracks bis jetzt doch noch, meiner Meinung nach, mindestens ein Stückchen, eher ein Hochhaus über dem Durchschnitt. Der unkomplizierte Beat-Rahmen, der nach und nach aufgefüllt wird ist nach wie vor existent und macht Riesenspass.

Ich hab' die beiden Künstler einmal in der Registratur erlebt und mich von dem unglaublichen Set in welches die eigenen Songs eingeflochten waren in Rage treiben lassen. Es war einfach nur geil. Solltet ihr mal die Möglichkeit die Live-Show zu sehen, nehmt diese Chance wahr!

Ich nehme alles über "Untergehen in der Masse" zurück. Reeperbahn und Antibiotics machen so aggressiv Druck, dass ich umgehend abrocken muss. Abrocken, weil gerade Reeperbahn relativ Rocklastig ist. Antibiotics ist auf der anderen Seite auf der Grenze zu einem psychotischen Trip, bei dem man über eine dunkle Autobahn rast. Wahnsinn.

Vielleicht ist gerade die Ablösung des einheitlichen Tenors des ersten Albums, was mich unglaublich fasziniert an den bisher gehörten Songs. Nicht nur ein uniformer Elektro sondern eine Kompilation von Elektro mit Anleihen an einer Fülle von Genres. Um bei der Rahmenanalogie zu bleiben: Die Basis eines jeden Tracks waren allesamt grossartige pushende Beats, nur die Füllung wird mal poppiger, mal rockiger und mal technoid und einmal sogar komplett überraschend: Just Gazin' ist ein sehr ruhiger Track mit weiblichen Vocals und kommt ohne schnelles Tempo aus. Erinnert ein wenig an Departure from Cairo. Und der nächste Track, Miami Showdown, den es rechts oben zum Download gibt, klingt wie der Tron Soundtrack, dessen Hören erst ab 18 erlaubt ist und steigert sich fast zu einer Leistung, die sich mit Rollin' & Scratchin' messen kann.
Digitalism Heads
Der Abschluss, Encore rundet das Album episch ab mit mächtigen Chorälen und einem Synthesizer, der wie ein Cembalo klingt. Ich glaube, dass dieses Album eines der besten ist, die ich in den letzen 12 Monaten gehört habe, eine unglaublich Variation an Elementen bringt, mit Ausnahme von Just Gazin' mehr als tanzbar ist und es vielleicht schafft in den Zeiten von zehntausend Genres und Splittergruppen einen gemeinsamen Nenner zu schaffen der jedoch nicht im Durchschnitt des Mainstreams untergeht. Aber bevor ich hier schamlos Werbung mache: Überzeugt euch selbst und hört euch dieses deutsche Liedgut an. Ich habe es mir gekauft und bin glücklich.

Ps.: Ich brauch den Bonus Track Harrison Fjord. Jetzt!

Robindro von Gierke

Autor: Robindro von Gierke

sunson@tapefruit.com
Außenstelle Wien

Schon mal von der Von-Gierke-Krankheit gehört?

Kommentare zum Artikel

Matthias, 19.06.2011 11:21:

haha du chiller - heul ma nich so rum wegen knapp drei jahren ;)
eh jetzt muss ich wohl auch mal in das album reinhören

SunSon, 19.06.2011 16:53:

eigentlich ist schon gut, wenn sie sich zeit lassen, hast schon recht. ich jammer halt auf höchstem niveau^^


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